Zusammenfassung
Die Krebsversorgung am Inselspital vereint organspezifische Fachärztinnen und Fachärzte, diagnostische Dienste und Behandlungsteams im Umfeld eines Universitätsspitals. Multidisziplinäre Tumorkonferenzen in den wesentlichen organbezogenen Programmen unterstützen die Behandlungsplanung, einschliesslich der Entscheidung über die Kombination lokaler und systemischer Therapien. Das vorliegende Zentrumsprofil nennt rund 150 aktive klinische Studien in der Onkologie; dies ist ein Orientierungswert und keine überprüfte, aktuelle Zahl von Studien, die Patientinnen und Patienten aufnehmen. Der Zugang zu einer bestimmten Behandlung oder Studie setzt eine Beurteilung des Krebsuntertyps, des Stadiums, der bisherigen Behandlung und des allgemeinen Gesundheitszustands voraus. Für Patientinnen und Patienten aus dem Ausland sollten zur praktischen Vorbereitung eine ärztliche Zuweisung, vollständige medizinische Unterlagen, die Klärung der Finanzierung und des sprachlichen Unterstützungsbedarfs sowie ein abgestimmter Plan für die Nachsorge nach der Rückkehr gehören.
Das Wichtigste
- Das Inselspital ist ein Universitätsspital in Bern mit multidisziplinären Angeboten zur Krebsversorgung.
- Zu den aufgeführten spezialisierten Programmen gehören Hirntumoren, Lungen- und Brustkrebs, Blutkrebserkrankungen und Sarkome.
- Neuroonkologie, komplexe Neurochirurgie und Stammzelltransplantation sind besondere Schwerpunkte seines Krebsversorgungsprofils.
- Die verfügbaren Ansätze umfassen Operationen, Strahlentherapie, Immuntherapie, zielgerichtete Therapie und Präzisionsonkologie.
- Rund 150 aktive onkologische Studien sind ein Orientierungswert zum Studienangebot, keine Angabe zur Zahl der aktuell verfügbaren Teilnahmeplätze.
- Internationale Patientinnen und Patienten sollten vor der Reiseplanung die Zusage zur Behandlung, die Finanzierung und die Weiterbetreuung bestätigen lassen.
Überblick
Die historischen Wurzeln des Inselspitals in Bern reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Seither hat es sich zu einem Universitätsspital für klinische Versorgung, Lehre und Forschung entwickelt. Durch seine Verbindung mit der University of Bern ist die Krebsbehandlung in ein akademisches Umfeld eingebettet, in dem fachärztliche Praxis und Forschung miteinander verknüpft sind.
Die Krebsversorgung ist am besten als Netzwerk spitalbasierter Programme zu verstehen und nicht als einzelne Klinik, die jede Diagnose auf dieselbe Weise behandelt. Medizinische Onkologie, chirurgische Fachgebiete, Radioonkologie, Hämatologie, Pathologie und bildgebende Diagnostik wirken entsprechend den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten zusammen. Die Versorgung erfolgt innerhalb eines grossen Spitals mit zahlreichen Fachrichtungen; aktuelle Zahlen zum onkologischen Patientenaufkommen oder zu speziell für die Krebsversorgung vorgesehenen Betten liegen hier nicht vor.
Das Profil des Zentrums hebt die Neuroonkologie und die komplexe Neurochirurgie sowie die Stammzelltransplantation bei ausgewählten Blut- und Krebserkrankungen hervor. In multidisziplinären Tumorkonferenzen aller wesentlichen organbezogenen Programme kommen die zuständigen Fachleute zusammen, um Befunde zu prüfen und Behandlungsempfehlungen auszusprechen. Auch eine Empfehlung der Tumorkonferenz muss anschliessend mit der Patientin oder dem Patienten hinsichtlich des erwarteten Nutzens, der Risiken und der Alternativen besprochen werden.
Schwerpunkte
Die Versorgung von Hirntumoren bildet einen besonderen Schwerpunkt. Dabei wird die Neuroonkologie mit einer neurochirurgischen Beurteilung und gegebenenfalls weiteren Behandlungen verbunden. Das Vorgehen hängt von der Lage des Tumors, seiner pathologischen und molekularen Einordnung, den neurologischen Funktionen und der bisherigen Therapie ab. Komplexe neurochirurgische Eingriffe können in ausgewählten Fällen infrage kommen. Ob ein Tumor operiert werden kann, muss jedoch individuell beurteilt werden und lässt sich nicht allein aus den Möglichkeiten des Zentrums ableiten.
Bei den Programmen für Lungen- und Brustkrebs werden Entscheidungen über Operation, Strahlentherapie und systemische Behandlung entsprechend dem Stadium und der Tumorbiologie getroffen. Biomarkerbefunde können die Auswahl der Behandlung beeinflussen, insbesondere wenn zielgerichtete Medikamente oder eine Immuntherapie erwogen werden. Eine fachärztliche Beurteilung kann auch klären, ob weitere diagnostische Untersuchungen erforderlich sind.
Die Versorgung von Blutkrebserkrankungen umfasst Erkrankungen, bei denen eine Stammzelltransplantation erwogen werden kann. Sarkome sind ein weiteres aufgeführtes Spezialgebiet, bei dem eine fachkundige Überprüfung der pathologischen Befunde sowie ein abgestimmtes Vorgehen von Chirurgie, Radioonkologie und medizinischer Onkologie wichtig sein können. Patientinnen und Patienten sollten sich nach der Erfahrung mit ihrem genauen Untertyp erkundigen, insbesondere bei seltenen Diagnosen.
Verfügbare Behandlungen
Operationen sind bei vielen soliden Tumoren Teil der Behandlung, darunter ausgewählte Hirn-, Lungen-, Brust- sowie Weichteil- oder Knochentumoren. Der vorgeschlagene Eingriff hängt von den anatomischen Gegebenheiten, der Ausdehnung der Erkrankung und der Abwägung zwischen Tumorkontrolle und Funktionserhalt ab. Komplexe Eingriffe können eine Rehabilitation und eine längere Erholungsphase vor Ort erfordern.
Eine Strahlentherapie kann als Hauptbehandlung, ergänzend zu einer Operation oder medikamentösen Behandlung oder zur Linderung von Beschwerden eingesetzt werden. Patientinnen und Patienten sollten fragen, welche Technik vorgeschlagen wird und wie viele Termine dafür erforderlich sind. Dass eine Strahlentherapie verfügbar ist, bedeutet nicht, dass eine bestimmte Spezialtechnologie angeboten wird oder im Einzelfall geeignet ist.
Zu den systemischen Behandlungsmöglichkeiten gehören Immuntherapie und zielgerichtete Therapie; auch die Chemotherapie spielt in vielen onkologischen und hämatologischen Behandlungspfaden eine Rolle. Die Präzisionsonkologie nutzt Eigenschaften des Tumors, einschliesslich molekularer Befunde, sofern diese aussagekräftig sind, um Entscheidungen zu unterstützen. Eine Untersuchung garantiert weder ein passendes Medikament noch einen klinischen Nutzen oder die Kostenübernahme für das empfohlene Arzneimittel.
Eine Stammzelltransplantation kommt nach eingehender Beurteilung bei ausgewählten Blutkrebserkrankungen infrage. Sie kann mit einem erheblichen Infektionsrisiko sowie hohen Anforderungen an Überwachung und Erholung verbunden sein. Bei allen Behandlungen sollten Patientinnen und Patienten die Linderung von Beschwerden, unterstützende Versorgung und Rehabilitation besprechen. Ebenso wichtig ist die Unterscheidung, ob die Behandlung auf Heilung, die Kontrolle der Erkrankung oder eine Verbesserung des Wohlbefindens abzielt.
Klinische Studien
Das vorliegende Profil beschreibt rund 150 aktive klinische Studien in der Onkologie. Diese Zahl dient der Orientierung: Das Studienangebot verändert sich, und eine aktive Studie kann sich bereits in der Nachbeobachtungsphase befinden, statt neue Teilnehmende aufzunehmen. Die Angabe darf daher nicht als Zahl der Studien verstanden werden, die einer bestimmten Patientin oder einem bestimmten Patienten offenstehen. Der aktuelle Studienstatus und die Beteiligung des Standorts müssen beim zuständigen klinischen Team bestätigt werden.
Internationale Patientinnen und Patienten können im Rahmen der fachärztlichen Beurteilung darum bitten, eine mögliche Studienteilnahme zu prüfen. Dafür werden pathologische Befunde, Angaben zum Krankheitsstadium, molekulare Untersuchungsergebnisse und eine vollständige Behandlungsvorgeschichte benötigt. Die Eignung kann von bestimmten Biomarkern, zuvor eingesetzten Medikamenten, der Organfunktion, dem körperlichen Leistungszustand und weiteren Erkrankungen abhängen. Zur Prüfung der Teilnahmevoraussetzungen können zusätzliche Untersuchungen erforderlich sein; ein erstes Gespräch garantiert keine Aufnahme in die Studie.
Klären Sie vor der Anreise die Häufigkeit der Termine, verpflichtende Untersuchungen und Massnahmen, die sprachlichen Anforderungen für die Einwilligung nach Aufklärung sowie das Vorgehen bei Komplikationen. Fragen Sie, welche forschungsbedingten Kosten übernommen werden und welche Kosten der regulären Versorgung oder der Reise Sie selbst tragen müssen. Die Teilnahme ist freiwillig, und eine experimentelle Behandlung ist möglicherweise nicht besser als die Standardversorgung.
Praktische Hinweise für internationale Patientinnen und Patienten
Fragen Sie zunächst beim Spital nach, wie eine Zuweisung an das passende onkologische Programm eingereicht werden kann und ob eine erste Beurteilung anhand der Unterlagen möglich ist. Stellen Sie eine knappe medizinische Zusammenfassung bereit und benennen Sie die Entscheidung, bei der Sie Unterstützung benötigen, etwa die Bestätigung der Diagnose, die Beurteilung einer Operationsmöglichkeit oder die Prüfung weiterer Behandlungsoptionen. Lassen Sie sich den vorgeschlagenen Termin und die finanziellen Vereinbarungen bestätigen, bevor Sie eine nicht erstattbare Reise buchen.
Planen Sie die Phase nach der Rückkehr nach Hause gleichzeitig mit dem Spitalbesuch. Klären Sie, wer nach Ihrer Abreise die laufenden Medikamente verschreibt, bildgebende Untersuchungen beurteilt und dringliche Beschwerden behandelt. Möglicherweise muss sich Ihre behandelnde Onkologin oder Ihr behandelnder Onkologe vor Ort mit dem Team in Bern abstimmen, insbesondere nach einer Operation, Transplantation oder Studienbehandlung. Fragen Sie, ob Ihr Gesundheitszustand eine Reise zulässt und ob eine Begleitperson ratsam ist; der erforderliche Aufenthalt kann über den ersten Termin hinausgehen.
Kontaktinformationen
Die folgenden Kontaktdaten stammen aus den offiziellen Informationen der Klinik für internationale Patientinnen und Patienten.
Standort: Bern, Schweiz
E-Mail: Es ist keine öffentliche E-Mail-Adresse des internationalen Büros angegeben — nutzen Sie das Kontaktformular der Website.
Telefon: +41 31 632 21 11
Website: https://www.insel.ch
Unterstützte Sprachen: Deutsch, Französisch, Englisch
Zweitmeinung aus der Ferne: Verfügbar
Prüfen Sie die aktuellen Kontaktdaten stets auf der offiziellen Website der Klinik, bevor Sie medizinische Unterlagen versenden, und schicken Sie niemals Dokumente an eine ungeprüfte Adresse.
Fragen von Patientinnen und Patienten
- Welches Team würde meinen Krebsuntertyp beurteilen, und kann es meine Unterlagen vor der Anreise prüfen?
- Müssen meine histologischen Präparate erneut untersucht oder zusätzliche molekulare Tests durchgeführt werden?
- Welche Behandlung empfehlen Sie, und welche Alternativen könnte ich näher an meinem Wohnort erhalten?
- Nimmt eine für mich infrage kommende klinische Studie derzeit internationale Patientinnen und Patienten auf?
- Was ist im schriftlichen Kostenvoranschlag enthalten, und wodurch könnten zusätzliche Kosten entstehen?
- Welche Unterstützung durch Dolmetschende ist für Sprechstunden und Aufklärungsgespräche verfügbar?
- Wie lange sollte ich in Bern bleiben, und benötige ich eine Begleitperson?
- Wer koordiniert die Nachsorge und die dringliche Versorgung nach meiner Rückkehr?
Häufige Fragen
Wie erhalten internationale Patientinnen und Patienten eine Zuweisung?
Suchen Sie auf der offiziellen Website des Spitals nach dem zuständigen Fachbereich und fragen Sie nach den aktuellen Hinweisen zum Zuweisungsverfahren. Eine Zuweisung oder medizinische Zusammenfassung Ihrer behandelnden Onkologin oder Ihres behandelnden Onkologen kann helfen, die Anfrage an das passende Team weiterzuleiten. Fragen Sie, ob die Unterlagen vor einem persönlichen Termin geprüft werden können und ob weitere Dokumente erforderlich sind. Gehen Sie nicht davon aus, dass das Einsenden von Unterlagen bereits eine Zusage zur Behandlung bedeutet. Lassen Sie sich vor der Anreise den Termin, die vorgesehene Beurteilung und die finanziellen Voraussetzungen bestätigen.
Welche medizinischen Unterlagen sollte ich vorbereiten?
Stellen Sie pathologische Befunde, Berichte zur Bildgebung und nach Möglichkeit die Originalbilddateien, Operationsberichte, Zusammenfassungen der Strahlentherapie sowie Angaben zu allen bisher erhaltenen Krebsmedikamenten zusammen. Fügen Sie molekulare Testergebnisse, aktuelle Blutuntersuchungen, eine aktuelle Medikamentenliste und Angaben zu relevanten Begleiterkrankungen oder Allergien bei. Das Team kann zur Überprüfung auch histologische Präparate oder Gewebeproben anfordern. Fragen Sie, in welchen Sprachen und Dateiformaten Unterlagen akzeptiert werden, ob Übersetzungen nötig sind und wie vertrauliche medizinische Dokumente sicher übermittelt werden können.
Womit sollte ich bei den Behandlungskosten rechnen?
Die Kosten hängen von der Abklärung, dem Behandlungsplan, der stationären Versorgung, den Medikamenten und möglichen Komplikationen ab. Fordern Sie einen schriftlichen, nach Einzelposten aufgeschlüsselten Kostenvoranschlag an und klären Sie, ob die Überprüfung der Befunde, die Anästhesie, die Nachsorge und unterstützende Massnahmen darin enthalten sind. Fragen Sie nach Anzahlungen, Zahlungsmodalitäten und dem Verfahren zur Einholung einer Kostengutsprache der Versicherung. Eine Kostenübernahme durch eine ausländische Versicherung oder ein öffentliches Gesundheitssystem darf nicht vorausgesetzt werden. Auch die Teilnahme an einer klinischen Studie deckt die reguläre Behandlung, Unterkunft oder Beförderung nicht automatisch ab; lassen Sie diese Kosten daher gesondert klären.
Ist sprachliche Unterstützung verfügbar?
Bern liegt in der deutschsprachigen Schweiz. Welche Sprachen bei einem konkreten Beratungstermin verfügbar sind, muss jedoch mit dem Spital geklärt werden. Fragen Sie, ob Ihr Behandlungsteam in Ihrer bevorzugten Sprache mit Ihnen kommunizieren kann und ob professionelle medizinische Dolmetschende organisiert werden können. Klären Sie mögliche Gebühren und ob die Sprachmittlung auch Aufklärungsgespräche, die Betreuung auf der Station und Hinweise zur Entlassung umfasst. Für medizinische Unterlagen können schriftliche Übersetzungen erforderlich sein. Eine begleitende Person aus der Familie kann Unterstützung bieten, sollte bei komplexen medizinischen Entscheidungen jedoch keine professionelle Sprachmittlung ersetzen.
Wie sollte ich Reise und Unterkunft planen?
Warten Sie die Bestätigung des Terminplans für die Abklärung ab, bevor Sie Ihre Reise verbindlich buchen. Fragen Sie, ob Untersuchungen oder Behandlungen zusätzliche Termine, eine stationäre Aufnahme oder einen längeren Aufenthalt in der Nähe des Spitals erforderlich machen könnten. Nach einer Operation oder Transplantation können besondere Anforderungen an die Unterkunft bestehen, vor allem bei eingeschränkter Mobilität, notwendigen Infektionsschutzmassnahmen oder Unterstützungsbedarf durch eine Betreuungsperson. Lassen Sie Ihre Reisefähigkeit vom Behandlungsteam bestätigen, prüfen Sie die geltenden Einreisebestimmungen und Versicherungsbedingungen und planen Sie finanzielle Mittel für eine Begleitperson sowie für unerwartete Änderungen der Aufenthaltsdauer ein.
Quellen
- 1.Inselspital, Bern University Hospital — offizielle Website— Inselspital
- 2.Allgemeine Informationen zu Krebsbehandlungen und klinischen Studien— National Cancer Institute
- 3.Leitlinien zur Krebsversorgung und Informationsangebote für Patientinnen und Patienten— European Society for Medical Oncology
- 4.Allgemeine Gesundheits- und Krebsinformationen— World Health Organization

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Zuletzt geprüft 1. September 2026
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