Medizinisches Glossar

Perkutane Strahlentherapie – Nicht-invasive Bestrahlung bei Krebs

Die perkutane Strahlentherapie ist die am häufigsten eingesetzte Form der Strahlenbehandlung in der Onkologie. Mithilfe spezieller Geräte werden hochenergetische Strahlen von außen präzise auf den Tumor gerichtet, um Krebszellen zu zerstören und gleichzeitig das umliegende gesunde Gewebe bestmöglich zu schonen.

3 Min. LesezeitZuletzt geprüft 1. August 2026Medizinisch geprüft von: GetOnco Medical Review Team

Einfach erklärt

Die perkutane Strahlentherapie lässt sich mit einer hochentwickelten, schmerzfreien Röntgenuntersuchung vergleichen, die zur Behandlung von Krebs dient. Sie liegen auf einer Behandlungsliege, während ein großes Gerät hochenergetische Strahlen von außen exakt auf den Tumor richtet. Während der Bestrahlung können Sie die Strahlen weder sehen noch spüren. Die Behandlung erfolgt meist in kurzen täglichen Sitzungen über mehrere Wochen hinweg; dies gibt gesunden Zellen Zeit, sich zwischen den Bestrahlungen zu erholen, während Krebszellen schrittweise abgebaut werden.

Das Wichtigste

  • Die am weitesten verbreitete Form der Strahlentherapie in der modernen Onkologie.
  • Wird in kurzen ambulanten Sitzungen verabreicht, in der Regel fünfmal pro Woche.
  • Die Strahlung macht Patientinnen und Patienten nicht radioaktiv.
  • Präzise Zieltechniken schonen gesunde Organe in der Nähe des Tumors.

Definition

Die perkutane Strahlentherapie (External Beam Radiation Therapy, EBRT) nutzt gebündelte ionisierende Strahlung – typischerweise hochenergetische Röntgenstrahlen oder Photonen, gelegentlich auch Protonen oder Elektronen –, die von einem Linearbeschleuniger erzeugt werden. Das Gerät bewegt sich um die Patientin oder den Patienten herum, um den Tumor aus verschiedenen Winkeln zu bestrahlen, ohne die Haut zu berühren.

Moderne EBRT-Verfahren integrieren hochentwickelte computergestützte Bildgebungstechniken wie die intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT) und die bildgeführte Strahlentherapie (IGRT). Diese Technologien passen die Strahlungsfelder exakt an die dreidimensionale Form des Tumors an. Diese Präzision maximiert die verabreichte Dosis im bösartigen Gewebe und minimiert gleichzeitig die Strahlenbelastung benachbarter gesunder Organe.

Warum es wichtig ist

Die EBRT ist ein vielseitiges Therapiewerkzeug im kurativen, adjuvanten und palliativen Rahmen. Zu verstehen, wie die EBRT funktioniert, hilft Ihnen, sich auf die täglichen Termine einzustellen und gut behandelbare lokale Nebenwirkungen wie Hautrötungen oder Erschöpfung (Fatigue) einzuordnen. Sie kann Primärtumoren beseitigen, nach einer Operation verbliebene mikroskopische Reste zerstören oder Schmerzen lindern, die durch Metastasen verursacht werden – und so die Lebensqualität spürbar verbessern.

Verwandte Biomarker und Tests

Vor Beginn der Behandlung erhalten Patientinnen und Patienten ein Planungs-CT, mitunter kombiniert mit MRT- oder PET-Bildern, um die genauen Tumorkonturen zu erfassen. Obwohl die Bestrahlung selbst kein diagnostischer Test ist, wird das Ansprechen auf die Therapie durch regelmäßige Kontroll-Scans und Tumormarker wie PSA bei Prostatakrebs oder CEA bei Darmkrebs überwacht.

Verwandte Krebsarten

Die EBRT wird bei einer Vielzahl von Tumorerkrankungen eingesetzt. Sehr häufig kommt sie bei Brust-, Prostata-, Lungen- und Darmkrebs zur Anwendung. Sie spielt eine zentrale Rolle bei Kopf-Hals-Tumoren, Hirntumoren, gynäkologischen Krebserkrankungen und Weichteilsarkomen sowie bei der Schmerzlinderung bei sekundären Knochenmetastasen.

Verwandte Behandlungen

Die EBRT wird häufig in Kombination mit einer Chemotherapie als simultane Radiochemotherapie eingesetzt, um Krebszellen noch empfindlicher für Strahlenschäden zu machen. Sie kann neoadjuvant verabreicht werden, um Tumoren vor einer chirurgischen Entfernung zu verkleinern, oder postoperativ als adjuvante Maßnahme, um mikroskopisch kleine Reste abzutöten und das Rückfallrisiko zu senken.

Häufige Fragen

Macht mich die perkutane Strahlentherapie radioaktiv?

Nein, eine perkutane Strahlentherapie macht Sie nicht radioaktiv. Die Strahlung durchdringt Ihren Körper ausschließlich in den kurzen Sekunden, in denen das Gerät aktiv ist. Sobald der Strahl abgeschaltet wird, verbleibt keinerlei Strahlung in Ihrem Körper. Der Kontakt zu Angehörigen und Haustieren ist daher vollkommen sicher.

Tut eine perkutane Bestrahlung weh?

Die Bestrahlung selbst ist absolut schmerzlos – ähnlich wie eine normale Röntgenaufnahme des Brustkorbs. Da sich die Behandlungen jedoch über mehrere Wochen summieren, können sich lokale Nebenwirkungen wie trockene oder gereizte Haut im Bestrahlungsfeld einstellen, begleitet von einem Gefühl allgemeiner Müdigkeit.

Wie lange dauert eine Bestrahlungssitzung?

Die meisten täglichen Termine dauern zwischen 15 und 30 Minuten. Der Großteil dieser Zeit wird dafür verwendet, Sie exakt zu lagern und Kontrollaufnahmen zu machen; die tatsächliche Bestrahlung dauert in der Regel nur wenige Minuten.

Quellen

  1. 1.Perkutane Strahlentherapie bei KrebsNational Cancer Institute
  2. 2.Strahlentherapie verstehenAmerican Society of Clinical Oncology
  3. 3.Strahlentherapie in der KrebsversorgungWorld Health Organization
GetOnco

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