Einfach erklärt
Einfach ausgedrückt ist eine Lumpektomie eine Operation, bei der der Krebsknoten entfernt wird, der Rest Ihrer Brust aber erhalten bleibt. Anstatt die gesamte Brust abzunehmen, entnimmt der Chirurg oder die Chirurgin nur den Tumor und einen schmalen Sicherheitsabstand aus gesundem Gewebe drumherum, um sicherzustellen, dass nichts zurückbleibt. Die meisten Patientinnen können noch am selben Tag nach Hause gehen. Da der größte Teil der Brust erhalten bleibt, wird die natürliche Form weitgehend bewahrt. In der Regel folgt danach eine Bestrahlung, um sicherzugehen, dass eventuell verbliebene Krebszellen zerstört werden.
Das Wichtigste
- Wird auch als brusterhaltende Operation (BCT) oder partielle Mastektomie bezeichnet.
- Chirurgen streben tumorfreie Schnittränder an, um das Rückfallrisiko zu senken.
- Bietet in Kombination mit Bestrahlung die gleichen Überlebensraten wie eine Mastektomie.
- Die meisten Patientinnen erholen sich rasch und können die Klinik am Operationstag verlassen.
Definition
Eine Lumpektomie, medizinisch auch als partielle Mastektomie oder weite Lumpexzision bezeichnet, ist eine Operation, die darauf abzielt, einen bösartigen Brustherd zu entfernen und dabei den Großteil des gesunden Brustgewebes zu schonen. Das wichtigste Ziel ist das Erreichen „sauberer Resektionsränder“ (R0) – das bedeutet, dass unter dem Mikroskop am äußeren Rand des entnommenen Gewebes keine Krebszellen mehr zu sehen sind.
Je nach Stadium wird die Lumpektomie häufig mit einer Wächterlymphknoten-Biopsie (Sentinel-Node-Biopsie) kombiniert, um festzustellen, ob Krebszellen die Lymphknoten in der Achselhöhle erreicht haben. In den allermeisten Fällen schließt sich an die Lumpektomie eine adjuvante Strahlentherapie des verbliebenen Brustgewebes an, um mikroskopische Reste zu vernichten und das Rückfallrisiko zu senken.
Warum es wichtig ist
Die Entscheidung zwischen einer Lumpektomie und einer Mastektomie ist eine der wichtigsten Weichenstellungen nach der Diagnose von Brustkrebs im Frühstadium. Umfangreiche klinische Studien über Jahrzehnte hinweg haben gezeigt, dass eine Lumpektomie in Kombination mit einer anschließenden Strahlentherapie die gleichen langfristigen Überlebenschancen bietet wie eine vollständige Entfernung der Brust (Mastektomie). Dieses Wissen gibt Patientinnen die Sicherheit, Aspekte wie kosmetische Wünsche, Erholungszeit nach der OP, den persönlichen Lebensstil und die Notwendigkeit täglicher Bestrahlungstermine in Ruhe abzuwägen, um den besten individuellen Weg zu finden.
Verwandte Biomarker und Tests
Vor dem Eingriff werden Tumoren mittels digitaler Mammographie, Ultraschall oder Mamma-MRT untersucht. Wenn ein Knoten nicht tastbar ist, platziert die Radiologin oder der Radiologe einen Markierungsdraht, einen Magnetclip oder eine radioaktive Markierung, um den Weg zum Befund zu weisen. Nach der Entfernung prüfen Pathologinnen und Pathologen den Gewebetyp, die Ränder und wichtige Biomarker wie den Östrogenrezeptor (ER), Progesteronrezeptor (PR) und die HER2-Proteinexpression.
Verwandte Krebsarten
Die Lumpektomie wird vor allem bei frühen invasiven Mammakarzinomen (wie dem invasiven duktalen Karzinom und dem invasiven lobulären Karzinom) sowie bei nicht-invasiven Vorstufen wie dem duktalen Carcinoma in situ (DCIS) eingesetzt. Sie kann auch im Anschluss an eine neoadjuvante Chemotherapie erfolgen, wenn größere Tumoren zuvor auf eine operierbare Größe verkleinert wurden.
Verwandte Behandlungen
Eine erfolgreiche Lumpektomie ist das Herzstück der brusterhaltenden Therapie. Zeigt die feingewebliche Untersuchung befallene Schnittränder, kann eine Nachresektion erforderlich sein. Anschließend erfolgt in der Regel eine adjuvante Bestrahlung der gesamten Restbrust, um das lokale Rezidivrisiko zu minimieren. Je nach den biologischen Eigenschaften des Tumors können zusätzlich systemische Behandlungen wie eine Antihormontherapie, zielgerichtete Medikamente oder eine adjuvante Chemotherapie empfohlen werden.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einer Lumpektomie und einer Mastektomie?
Bei einer Lumpektomie werden nur der Tumor und ein kleiner Sicherheitsabstand an gesundem Umgebungsgewebe entfernt; die restliche Brust bleibt erhalten. Bei einer Mastektomie wird das gesamte Brustdrüsengewebe operativ entfernt, häufig einschließlich Brustwarze und Warzenhof. Bei Brustkrebs im Frühstadium sind die Überlebenschancen bei beiden Methoden gleichwertig, wenn die Lumpektomie mit einer Strahlentherapie kombiniert wird.
Warum wird nach einer Lumpektomie meist eine Strahlentherapie empfohlen?
Selbst wenn die Schnittränder mikroskopisch frei von Tumorzellen sind, können vereinzelte Krebszellen im verbliebenen Brustgewebe zurückgeblieben sein. Die adjuvante Strahlentherapie zielt auf das gesamte verbleibende Brustgewebe ab, um diese Zellen abzutöten. Sie senkt das Risiko eines lokalen Rückfalls erheblich und macht das brusterhaltende Vorgehen erst sicher.
Was bedeutet es, wenn die Schnittränder „sauber“ oder „tumorfrei“ sind?
Freie oder negative Schnittränder bedeuten, dass die Pathologie an den äußeren Begrenzungen des entnommenen Gewebestücks keine Krebszellen gefunden hat. Das zeigt, dass der sichtbare Tumor vollständig im Gesunden entfernt wurde. Reichen Krebszellen bis an den Rand heran (positiver Rand), ist meist ein kleiner Nachresectionseingriff nötig, um sicherzugehen, dass kein Rest verbleibt.
Quellen
- 1.Operation bei Brustkrebs: Lumpektomie— National Cancer Institute
- 2.Brusterhaltende Operation (Lumpektomie)— American Society of Clinical Oncology
- 3.Klinische ESMO-Praxisleitlinie für frühen Brustkrebs— European Society for Medical Oncology

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Zuletzt geprüft 1. August 2026
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