Medizinisches Glossar

Baseline-Scan – Referenzbildgebung vor Therapiebeginn

Ein Baseline-Scan ist eine anfängliche bildgebende Untersuchung, die durchgeführt wird, bevor eine Krebstherapie beginnt oder eine Patientin bzw. ein Patient an einer klinischen Studie teilnimmt. Er liefert ein umfassendes, objektives Bild über die aktuelle Größe, Lage und Stoffwechselaktivität des Tumors und schafft so einen maßgeblichen Referenzwert, an dem alle späteren Behandlungsergebnisse gemessen werden.

3 Min. LesezeitZuletzt geprüft 1. August 2026Medizinisch geprüft von: GetOnco Medical Review Team

Einfach erklärt

Bevor man eine wichtige Reise antritt, muss man seinen genauen Ausgangspunkt kennen. Ein Baseline-Scan dient gewissermaßen als diese medizinische Startlinie. Ganz gleich, ob es sich um ein CT, ein MRT oder einen PET-Scan handelt: Diese Untersuchung liefert detaillierte Aufnahmen Ihres Körpers unmittelbar vor Beginn der Krebstherapie. Sie dokumentiert die genaue Größe und Lage aller Tumormanifestationen. Wenn im Laufe der Behandlung spätere Kontrollscans gemacht werden, vergleicht Ihr Onkologie-Team diese direkt mit dem Baseline-Scan, um eindeutig festzustellen, ob der Tumor geschrumpft ist, unverändert blieb oder gewachsen ist.

Das Wichtigste

  • Erfasst die Ausgangsgröße, Lage und Aktivität von Tumoren vor Beginn der Therapie.
  • Dient als unverzichtbarer Referenzpunkt zur Beurteilung des Behandlungserfolgs.
  • Wird üblicherweise innerhalb von vier Wochen vor Beginn einer neuen Krebstherapie durchgeführt.
  • Wird über verschiedene Bildgebungsmodalitäten hinweg eingesetzt, darunter CT, MRT und PET-CT.

Definition

Ein Baseline-Scan bezeichnet eine initiale bildgebende Untersuchung – wie ein CT, MRT, PET-CT oder ein Knochenszintigramm –, die kurz vor Beginn einer Krebstherapie durchgeführt wird. In der modernen Onkologie stützt sich die Erfolgsmessung einer Behandlung auf standardisierte Kriterien wie RECIST (Response Evaluation Criteria in Solid Tumours). Um beurteilen zu können, ob ein Tumor geschrumpft ist, sich stabil verhält oder fortschreitet, benötigt das Behandlungsteam exakte Größen- und Stoffwechseldaten vor dem Einsetzen der therapeutischen Wirkung.

Klinisch erfasst dieser Scan die anfängliche Tumorlast. Dabei werden messbare Zielläsionen sowie nicht messbare Veränderungen präzise dokumentiert. Da Tumoren sich dynamisch verändern können, verlangen onkologische Leitlinien, dass Baseline-Scans in einem engen Zeitfenster – in der Regel innerhalb von vier Wochen vor Therapiebeginn – erfolgen, damit die Referenzbilder den aktuellen Stand ohne Verzerrungen durch frühere Behandlungen abbilden.

Warum es wichtig ist

Ohne einen aussagekräftigen Baseline-Scan ist es kaum möglich zu beurteilen, ob eine Chemotherapie, Immuntherapie oder zielgerichtete Behandlung anschlägt. Er nimmt das subjektive Rätselraten aus Ihrer weiteren medizinischen Betreuung. Durch diesen eindeutigen Referenzpunkt kann Ihre Onkologin oder Ihr Onkologe ein Ansprechen auf die Therapie verlässlich bestätigen, ein Fortschreiten der Erkrankung frühzeitig erkennen oder verhindern, dass ein unwirksames Medikament unnötig weitergeführt wird und nur Nebenwirkungen verursacht. Er gibt Ihnen Sicherheit, indem er den Verlauf und die Wirkung der Therapie auf den Tumor im Zeitverlauf konkret und sichtbar belegt.

Verwandte Biomarker und Tests

Ein Baseline-Scan selbst ist eine radiologische Untersuchung und kein molekularer Biomarkertest. Die Befunde werden jedoch eng mit zirkulierenden Tumormarkern wie CEA, CA-125 oder PSA sowie dem molekularen Profil aus Gewebeproben verknüpft interpretiert. Die Wahl des bildgebenden Verfahrens hängt vom Tumortyp ab: PET-CT zur Erfassung der Stoffwechselaktivität, MRT für neurologische oder pelvine Tumoren und CT für Brustkorb und Bauchraum.

Verwandte Krebsarten

Baseline-Scans sind bei nahezu allen soliden Tumoren und hämatologischen Krebserkrankungen unverzichtbar. Sie werden routinemäßig bei Lungenkrebs, Darmkrebs, Brustkrebs, Melanomen, Lymphomen und Prostatakrebs durchgeführt. Jede klinische Situation, die eine systemische Therapie, eine Bestrahlungsplanung oder die Teilnahme an einer klinischen Studie erfordert, setzt einen solchen Ausgangsscan zwingend voraus.

Verwandte Behandlungen

Der Baseline-Scan beeinflusst die gewählte Behandlungsstrategie unmittelbar, indem er das klinische Stadium sichert und klärt, ob der Tumor operabel, lokal fortgeschritten oder metastasiert ist. Bei Folgeuntersuchungen entscheidet der Vergleich der Läsionsgrößen mit dem Ausgangsbefund darüber, ob der aktuelle Therapieplan beibehalten wird, bei Fortschreiten ein Wechsel des Regimes nötig ist oder für verbleibende Tumorherde eine Operation oder Bestrahlung empfohlen wird.

Häufige Fragen

Warum benötige ich einen weiteren Scan, wenn vor wenigen Monaten bereits einer gemacht wurde?

Tumoren können innerhalb weniger Wochen wachsen oder sich verändern. Ein zeitnah vor dem Therapiestart durchgeführter Baseline-Scan stellt sicher, dass die Ärztinnen und Ärzte über eine aktuelle Referenz verfügen, damit veraltete Aufnahmen das Ansprechen auf die Behandlung nicht verfälschen.

Wie schnell nach dem Baseline-Scan folgt die erste Kontrolluntersuchung?

Kontrollscans zur Verlaufsbeurteilung werden typischerweise nach jeweils zwei bis drei Zyklen einer systemischen Therapie angesetzt, was je nach individuellem Therapieschema meist einem Abstand von sechs bis zwölf Wochen entspricht.

Was passiert, wenn der Baseline-Scan neue Krankheitsherde zeigt?

Werden unerwartete Absiedlungen entdeckt, wird Ihr Behandlungsteam das Tumorstadium neu bewerten. So wird sichergestellt, dass Ihr Therapieplan noch vor Behandlungsbeginn zügig angepasst und die am besten geeignete Therapie gewählt wird.

Quellen

  1. 1.Bildgebung in der KrebsversorgungNational Cancer Institute
  2. 2.Krebsuntersuchungen und Bildgebung verstehenAmerican Society of Clinical Oncology
  3. 3.Standardisierte Beurteilung des TumoransprechensEuropean Society for Medical Oncology
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