Einfach erklärt
Eine MRT-Untersuchung liefert außerordentlich klare, detaillierte Bilder Ihrer Weichteile, Organe und Knochen. Im Körperinneren reagieren die Wasserstoffatome der Wassermoleküle auf die magnetischen Kräfte des Geräts. Indem harmlose Radiowellen durch die zu untersuchende Region gesendet werden, fängt das Gerät Signale auf, die ein Computer Schicht für Schicht zu Bildern zusammensetzt. Sie liegen dabei auf einer Liege, die langsam in eine röhrenförmige Öffnung hineinfährt. Auch wenn das Gerät während der Messungen laute Klopfgeräusche erzeugt, ist die Untersuchung vollkommen schmerzfrei und kommt ohne Röntgenstrahlung aus.
Das Wichtigste
- Erzeugt außergewöhnlich detaillierte Weichteilbilder ohne ionisierende Strahlung.
- Erfordert ruhiges Liegen in einem röhrenförmigen, klopfenden Tomographen.
- Verwendet häufig Gadolinium-Kontrastmittel, um tumorbedingte Gefäßneubildungen darzustellen.
- Unverzichtbar für Diagnose, Stadieneinteilung und Verlaufskontrolle bei Krebs von Gehirn, Becken und Wirbelsäule.
Definition
Die Magnetresonanztomographie funktioniert, indem die Wasserstoffatome (Protonen) im menschlichen Gewebe über ein starkes, statisches Magnetfeld kurzzeitig gleichmäßig ausgerichtet werden. Anschließend werden Radiowellenimpulse in den Körper gesendet, die diese Protonen aus ihrer Ausrichtung ablenken. Nach Abschalten der Impulse kehren die Protonen in ihre Ausgangslage zurück und senden dabei schwache Radiosignale aus, die von speziellen Empfangsspulen registriert werden.
Unterschiedliche Gewebearten geben diese Signale mit unterschiedlicher Geschwindigkeit ab, woraus ein Computer Schichtbilder des Körpers aus verschiedenen Blickwinkeln errechnet. Häufig wird während der Untersuchung ein gadoliniumhaltiges Kontrastmittel über die Vene verabreicht. Dieses verändert die Signaleigenschaften des umgebenden Gewebes und hebt stark durchblutete Bereiche oder Störungen der Blut-Hirn-Schranke hervor, wie sie für bösartige Tumoren typisch sind.
Warum es wichtig ist
Aufgrund ihrer herausragenden Weichteilauflösung ist die MRT aus der modernen Krebsmedizin nicht wegzudenken. Sie ermöglicht es Ärztinnen und Ärzten, bösartige Tumoren zuverlässig von gutartigen Veränderungen zu unterscheiden, die Eindringtiefe in das Nachbargewebe zu beurteilen und empfindliche Strukturen wie das Rückenmark, das Gehirn oder Nervenbahnen exakt darzustellen. Zudem lässt sich mit der MRT präzise überprüfen, wie ein Tumor auf eine vorbereitende Therapie anspricht; sie unterstützt die gezielte Entnahme von Gewebeproben und hilft in der Strahlentherapie dabei, das Bestrahlungsfeld millimetergenau zu planen und gesundes Nachbargewebe zu schonen.
Verwandte Biomarker und Tests
Die MRT ist ein bildgebendes Diagnoseverfahren und kein Labortest, arbeitet jedoch eng mit Gewebemarkern zusammen. Kontrastmittelgestützte Aufnahmen erfassen die Durchblutungseigenschaften des Gewebes, während funktionelle Sequenzen wie die diffusionsgewichtete Bildgebung (DWI) Aufschluss über die Zelldichte geben. Die dynamische kontrastmittelverstärkte MRT (DCE-MRT) kann zudem die Gefäßneubildung (Angiogenese) des Tumors abbilden, was häufig mit molekularen Markern wie VEGF oder dem Hormonrezeptorstatus zusammenhängt.
Verwandte Krebsarten
Die MRT ist das bildgebende Verfahren der Wahl bei Tumoren des Gehirns und des Rückenmarks. Sie wird routinemäßig zur Stadieneinteilung von Enddarmkrebs (Rektumkarzinom) eingesetzt, um den Abstand zur mesorektalen Faszie zu prüfen, und spielt als multiparametrische MRT (mpMRT) eine zentrale Rolle bei der Beurteilung von Prostatakrebs. Ebenso unverzichtbar ist sie zur Abklärung von Weichteil- und Knochensarkomen, bei Leberveränderungen, Kopf-Hals-Tumoren sowie als hochsensibles Früherkennungsverfahren für Frauen mit einem familiär stark erhöhten Brustkrebsrisiko.
Verwandte Behandlungen
Die Befunde der MRT entscheiden maßgeblich darüber, ob ein Tumor operabel ist und mit sicherem Sicherheitsabstand im gesunden Gewebe entfernt werden kann. In der modernen Strahlentherapie werden MRT-Aufnahmen mit CT-Daten abgeglichen, um das Tumorvolumen millimetergenau einzugrenzen. Bei Patientinnen und Patienten, die vor einer Operation eine Chemotherapie oder Immuntherapie erhalten, zeigen MRT-Verlaufskontrollen zuverlässig an, ob der Tumor schrumpft, was den optimalen Zeitpunkt und das Ausmaß des späteren Eingriffs bestimmt.
Häufige Fragen
Warum muss vor einer MRT-Untersuchung ein Sicherheitsfragebogen ausgefüllt werden?
Das MRT-Gerät arbeitet mit einem extrem starken, dauerhaft aktiven Magnetfeld, das metallische Gegenstände anziehen oder erwärmen kann. Das medizinische Team muss ausschließen, dass Sie ungeeignete metallische oder elektronische Implantate im Körper tragen – wie bestimmte Herzschrittmacher, Cochlea-Implantate, ältere Gefäßclips oder Metallsplitter im Auge –, da diese im Magnetfeld beschädigt werden oder Verletzungen verursachen könnten.
Wie unterscheidet sich ein MRT von einer normalen CT-Untersuchung?
Eine Computertomographie (CT) arbeitet mit Röntgenstrahlen und rotiert sehr schnell um den Körper, wodurch Knochenbrüche und Lungengewebe innerhalb weniger Sekunden erfasst werden können. Ein MRT nutzt hingegen Magnetfelder und Radiowellen. Die Untersuchung dauert länger (meist 20 bis 50 Minuten), bietet aber einen wesentlich schärferen Kontrast für Weichteilgewebe, das Nervensystem und die Organe des Beckens.
Was kann getan werden, wenn Patientinnen oder Patienten unter Platzangst leiden?
Platzangst ist bei MRT-Untersuchungen verständlich, da die Öffnung des Geräts recht eng ist. Das Untersuchungsteam kann Sie mit einfachen Mitteln unterstützen, beispielsweise durch Schlafmasken, Spiegel mit Blick nach draußen, beruhigende Musik über Kopfhörer und den ständigen Kontakt über eine Sprechanlage. Bei ausgeprägter Angst können Ärztinnen und Ärzte ein leichtes Beruhigungsmittel verabreichen oder das Ausweichen auf ein Gerät mit besonders weiter Öffnung prüfen.
Quellen
- 1.Magnetresonanztomographie (MRT) in der Krebsmedizin— National Cancer Institute
- 2.Was Sie bei einer MRT-Untersuchung erwartet— American Society of Clinical Oncology (Cancer.Net)
- 3.ESMO-Leitlinien für die klinische Praxis: Stadieneinteilung des Rektumkarzinoms— European Society for Medical Oncology

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Zuletzt geprüft 1. August 2026
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