Einfach erklärt
Ärztinnen und Ärzte unterteilen Lungenkrebs anhand des mikroskopischen Erscheinungsbildes der Zellen in zwei Hauptgruppen: kleinzellig und nicht-kleinzellig. Die nicht-kleinzellige Form ist weitaus häufiger. Da diese Zellen anders wachsen und sich anders ausbreiten, erfordern sie spezielle Behandlungsansätze. Die moderne Onkologie analysiert den genauen Zelltyp und die genetischen Merkmale sehr präzise, sodass Ihr Behandlungsteam Therapien wählen kann, die passgenau auf Ihren spezifischen Tumorsubtyp abgestimmt sind.
Das Wichtigste
- Macht etwa 80 % bis 85 % aller diagnostizierten Lungenkrebserkrankungen aus.
- Die Hauptsubtypen sind Adenokarzinom, Plattenepithelkarzinom und großzelliges Karzinom.
- Umfassende Biomarkertests gehören beim fortgeschrittenen Adenokarzinom zum Behandlungsstandard.
- Zu den Therapien zählen Operation, Strahlentherapie, zielgerichtete Therapien und Immuntherapie.
Definition
Das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom ist ein klinischer Überbegriff für verschiedene, histologisch unterschiedliche epitheliale Lungentumoren, die ähnliche Stadieneinteilungen und Behandlungskonzepte aufweisen. Pathologisch unterscheidet es sich klar vom kleinzelligen Lungenkarzinom, das ein anderes Zellbild, neuroendokrine Marker und eine sehr rasche Verdopplungszeit aufweist.
Die drei wichtigsten histologischen Subtypen des NSCLC sind das Adenokarzinom, das Plattenepithelkarzinom und das großzellige Karzinom. Das Adenokarzinom ist der häufigste Subtyp, entsteht typischerweise in den peripheren Lungenabschnitten und weist besonders häufig therapeutisch nutzbare Treiber-Mutationen auf. Das Plattenepithelkarzinom geht meist von den zentralen Hauptbronchien aus und steht sehr oft in engem Zusammenhang mit langjährigem Tabakkonsum.
Warum es wichtig ist
In den letzten zehn Jahren hat die Präzisionsmedizin die Behandlung des NSCLC grundlegend verändert. Die Feststellung, ob ein Adeno- oder Plattenepithelkarzinom vorliegt, kombiniert mit molekularbiologischen Tests auf bestimmte Genveränderungen, bestimmt maßgeblich, welche Behandlungen am besten wirken. Viele Patientinnen und Patienten erhalten heute zielgerichtete Tabletten oder Immuntherapien anstelle von oder in Kombination mit einer Chemotherapie, was häufig zu besseren Ergebnissen und einer höheren Lebensqualität führt.
Verwandte Biomarker und Tests
Die Diagnose erfolgt über eine Gewebebiopsie, die mittels Bronchoskopie, CT-gestützter Nadelpunktion oder operativer Gewebeentnahme gewonnen wird. Molekulare Biomarkertests sind unverzichtbar: Sie prüfen Veränderungen in Genen wie EGFR, ALK, ROS1, BRAF, RET, MET und KRAS sowie die PD-L1-Expression mittels Immunhistochemie. Das Staging umfasst eine Thorax-CT, ein Schädel-MRT und eine Ganzkörper-PET-CT.
Verwandte Krebsarten
Dieser Begriff bezeichnet direkt die häufigste Form von Lungenkrebs. Zu den Hauptsubtypen gehören das Adenokarzinom (etwa 40 % der Fälle), das Plattenepithelkarzinom (rund 25–30 %) sowie großzellige neuroendokrine oder undifferenzierte Karzinome. Der Tumor kann auch umliegende Strukturen wie das Brustfell (Pleura), die Brustwand oder die Lymphknoten im Mittelfellraum (Mediastinum) befallen.
Verwandte Behandlungen
Ein NSCLC im Frühstadium wird in der Regel operativ entfernt, teils ergänzt durch eine vorgeschaltete oder anschließende Chemotherapie, Immuntherapie oder zielgerichtete Therapie. Fortgeschrittene Stadien werden vor allem systemisch behandelt – unter anderem mit zielgerichteten Tyrosinkinase-Inhibitoren bei nachgewiesenen Treibermutationen, Immun-Checkpoint-Inhibitoren (wie Pembrolizumab), Chemotherapie oder spezialisierter Strahlentherapie.
Häufige Fragen
Können auch Menschen, die nie geraucht haben, an einem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom erkranken?
Ja. Obwohl Rauchen die Hauptursache ist, tritt ein beträchtlicher Teil der NSCLC-Fälle bei Nichtrauchenden auf. Diese Tumoren sind meist Adenokarzinome und weisen oft spezifische genetische Veränderungen auf – wie EGFR-Mutationen oder ALK-Fusionen –, die sehr gut auf zielgerichtete Medikamente ansprechen.
Welche Bedeutung hat die PD-L1-Testung beim NSCLC?
PD-L1 ist ein Eiweißmolekül, das auf manchen Tumorzellen vorkommt. Die Bestimmung seiner Menge mittels Gewebefärbung hilft der Onkologin oder dem Onkologen zu entscheiden, ob eine alleinige Immuntherapie oder eine Kombination aus Immun- und Chemotherapie die erfolgversprechendste Erstlinienbehandlung ist.
Wie unterscheidet sich das NSCLC vom kleinzelligen Lungenkarzinom (SCLC)?
Das SCLC wächst wesentlich schneller und bildet früher Metastasen, weshalb rasch eine intensive Chemo- und Strahlentherapie begonnen werden muss. Das NSCLC schreitet meist langsamer voran und bietet ein breiteres Spektrum an Therapieoptionen, einschließlich chirurgischer Eingriffe und moderner zielgerichteter Medikamente.
Quellen
- 1.Behandlung des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms— National Cancer Institute
- 2.Lungenkrebs – nicht-kleinzellig: Einführung— American Society of Clinical Oncology
- 3.Metastasiertes nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom: Klinische Praxisleitlinien der ESMO— European Society for Medical Oncology

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Zuletzt geprüft 1. August 2026
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