Medizinisches Glossar

Stable Disease — Unverändertes Tumorwachstum

Eine Stable Disease (stabile Erkrankung) ist eine onkologische Beurteilung, die besagt, dass ein Tumor weder ausreichend gewachsen noch geschrumpft ist, um als Progression oder partielles Ansprechen eingestuft zu werden. Sie kennzeichnet einen Zustand stabiler Tumorlast unter laufender Therapie.

3 Min. LesezeitZuletzt geprüft 1. August 2026Medizinisch geprüft von: GetOnco Medical Review Team

Einfach erklärt

Wenn Ihr Scan-Befund eine Stable Disease (stabile Erkrankung) zeigt, bedeutet dies, dass der Tumor im Vergleich zu den vorherigen Aufnahmen im Wesentlichen unverändert geblieben ist. Er ist zwar nicht weit genug geschrumpft, um als partielles Ansprechen gewertet zu werden, ist aber vor allem weder gewachsen noch hat er sich weiter ausgebreitet. In der Krebstherapie ist es oft ein großer Erfolg, das Tumorwachstum aufzuhalten – insbesondere in fortgeschrittenen Stadien. Es zeigt, dass die aktuelle Behandlung die Erkrankung unter Kontrolle hält, neue Symptome verhindert und Ihnen hilft, Ihren Alltag bestmöglich fortzuführen.

Das Wichtigste

  • Stable Disease bedeutet, dass Tumoren weder signifikant gewachsen noch geschrumpft sind.
  • Standardisierte Kriterien wie RECIST erfordern weniger als 20 % Zunahme oder weniger als 30 % Abnahme.
  • Es dürfen keine neuen Tumoren auftreten, damit eine Erkrankung als stabil eingestuft wird.
  • Das Erreichen einer Stable Disease ist bei fortgeschrittenem Krebs oft ein beruhigendes und erfolgreiches Ergebnis.

Definition

Unter standardisierten Beurteilungskriterien wie RECIST (Response Evaluation Criteria in Solid Tumours) beschreibt eine Stable Disease den messbaren Erhalt des Status quo. Um dieses Kriterium zu erfüllen, darf die Summe der Durchmesser der Zielläsionen weder um mindestens 30 % abnehmen (was einem partiellen Ansprechen entspräche) noch um 20 % oder mehr zunehmen (was eine fortschreitende Erkrankung definiert).

Zudem setzt diese Einstufung voraus, dass keine neuen Läsionen aufgetreten sind und Nicht-Zielläsionen kein eindeutiges Fortschreiten zeigen. In der modernen Onkologie, insbesondere bei zytostatisch wirkenden zielgerichteten Substanzen und der Immuntherapie, kann eine Stable Disease eine dauerhafte therapeutische Wirksamkeit darstellen, die das Krankheitsgleichgewicht stabilisiert und die Lebensqualität sichert.

Warum es wichtig ist

Eine Stable Disease ist ein wichtiger klinischer Meilenstein, der in der Regel dafür spricht, die laufende Therapie fortzuführen. Bei Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittener oder metastasierter Erkrankung gehen längere Phasen des Krankheitsstillstands (Tumorkontrolle) häufig mit einem verbesserten progressionsfreien Überleben und Gesamtüberleben einher. Das Verständnis dieses Begriffs nimmt vielen Betroffenen und Angehörigen die Sorge: Das Ausbleiben einer deutlichen Tumorschrumpfung bedeutet keineswegs ein Therapieversagen – das Aufhalten des Fortschreitens ist ein eigenständiges und wertvolles Behandlungsziel.

Verwandte Biomarker und Tests

Eine Stable Disease wird durch den Vergleich von bildgebenden Ausgangs- und Kontrolluntersuchungen bestimmt, wie etwa kontrastmittelgestützten CT-, MRT- oder PET-CT-Aufnahmen, unter Anwendung standardisierter Kriterien wie RECIST 1.1 oder iRECIST. Serum-Tumormarker (wie CEA, CA 19-9 oder PSA) werden oft begleitend kontrolliert, um den Krankheitsstillstand zusätzlich zu untermauern.

Verwandte Krebsarten

Die Stable Disease ist eine Standardkategorie bei der Auswertung des Therapieansprechens bei allen soliden Tumoren, einschließlich fortgeschrittener Darm-, Lungen-, Brust-, Nierenzell- und Prostatakarzinome. Besonders häufig wird sie bei langsamer wachsenden Krebserkrankungen beobachtet, wie etwa bei neuroendokrinen Tumoren, gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) und niedriggradigen Sarkomen.

Verwandte Behandlungen

Das Erreichen einer Stable Disease veranlasst Onkologinnen und Onkologen meist dazu, die bestehende Therapie – wie eine Erhaltungschemotherapie, zielgerichtete biologische Therapien oder eine Antihormontherapie – fortzusetzen, sofern die Nebenwirkungen gut toleriert werden. Treten unter der stabilen Erkrankung jedoch unzumutbare Belastungen auf, können Therapiepausen oder Dosisanpassungen erwogen werden.

Häufige Fragen

Bedeutet eine Stable Disease, dass die Behandlung nicht anschlägt?

Nein, eine Stable Disease zeigt in der Regel, dass die Behandlung gut wirkt. Viele moderne Medikamente zielen darauf ab, das Krebswachstum zu stoppen, statt den Tumor sofort vollständig zu vernichten. Ein Stillstand des Tumorwachstums verhindert neue Symptome und verlängert das Leben.

Wie lange kann eine Erkrankung stabil bleiben?

Die Dauer einer Stable Disease variiert stark und kann von wenigen Monaten bis zu vielen Jahren reichen. Sie hängt von der Tumorart, der biologischen Beschaffenheit des Tumors und der gewählten Therapie ab. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen überwachen, wie lange die Stabilität anhält.

Was geschieht, wenn ein Scan eine Stable Disease zeigt?

In den meisten Fällen empfehlen Ärztinnen und Ärzte, die aktuelle Therapie unverändert beizubehalten, solange der Tumor kontrolliert bleibt und die Behandlung gut verträglich ist, ohne schwere oder einschränkende Nebenwirkungen zu verursachen.

Quellen

  1. 1.NCI-Wörterbuch für Krebsbegriffe: Stable DiseaseNational Cancer Institute
  2. 2.Testergebnisse verstehenAmerican Society of Clinical Oncology
  3. 3.RECIST-Kriterien in der klinischen PraxisEuropean Society for Medical Oncology
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