Einfach erklärt
Ein Survivorship Care Plan ist im Wesentlichen ein persönlicher medizinischer Leitfaden, den Sie nach Abschluss Ihrer Hauptbehandlung erhalten. Er bündelt alle wichtigen Daten zu Ihrer Diagnose und den erfolgten Therapien an einem Ort. Gleichzeitig zeigt er Ihnen Schritt für Schritt, wie es weitergeht: Wann Kontrolluntersuchungen anstehen, welche Tests oder Scans nötig sind, auf welche Symptome oder Spätfolgen Sie achten sollten und welche Aufgaben Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt übernimmt. Mit diesem Dokument behalten Sie und alle behandelnden Ärzte stets den Überblick, damit beim Übergang zurück in den Alltag keine wichtige Untersuchung vergessen wird.
Das Wichtigste
- Ein SCP besteht aus zwei Hauptteilen: einer Behandlungszusammenfassung und einem vorausschauenden Nachsorgeplan.
- Er wird der Patientin bzw. dem Patienten sowie der hausärztlichen Praxis nach Ende der Primärtherapie ausgehändigt.
- Das Dokument legt fest, welche Kontrollen erforderlich sind, wann sie stattfinden und wer sie durchführt.
- Es listet typische körperliche und seelische Spätfolgen auf, die mit den individuellen Therapien zusammenhängen können.
Definition
Ein Survivorship Care Plan ist ein evidenzbasiertes medizinisches Dokument, das den Übergang von der aktiven Tumorbehandlung in die Phase der langfristigen Nachsorge strukturiert. Von führenden internationalen Krebsorganisationen empfohlen, besteht der Plan aus zwei grundlegenden Abschnitten: einer kompakten Zusammenfassung der erhaltenen Krebsbehandlung (Treatment Summary) und einem vorausschauenden Nachsorgeplan (Follow-up Care Plan).
Die Behandlungszusammenfassung enthält Angaben zu Tumoreigenschaften, Tumorstadium, durchgeführten Operationen, Chemotherapie-Protokollen inklusive kumulativer Dosierungen sowie Bestrahlungsfeldern und Strahlendosen. Der Nachsorgeplan definiert künftige Untersuchungstermine, notwendige Blutanalysen und Bildgebungsintervalle. Zudem weist er auf mögliche Langzeitnebenwirkungen und Anzeichen eines Rückfalls hin, empfiehlt gesundheitsfördernde Verhaltensweisen und regelt die Zuständigkeiten zwischen Onkologie und hausärztlicher Praxis.
Warum es wichtig ist
Der Ausstieg aus der engmaschigen Akutbehandlung im Krankenhaus wird von vielen als verunsichernd empfunden. Ein Survivorship Care Plan ist unverzichtbar, da er klare Verantwortlichkeiten zwischen spezialisierten Onkologen und niedergelassenen Hausärzten schafft und Versorgungslücken verhindert. Er gibt Betroffenen Gewissheit darüber, welche Untersuchungen wann wirklich sinnvoll sind, was Verunsicherungen und Ängste vor Nachsorgeterminen abbauen kann. Darüber hinaus hilft er Patienten, verzögert auftretende Komplikationen wie Herzprobleme oder Nervenbeschwerden rechtzeitig einzuordnen und früh Hilfe zu suchen. Bei Arztwechseln oder neuen medizinischen Kontakten dient er zudem als lückenlose und unschätzbar wertvolle Gesamtdokumentation.
Verwandte Biomarker und Tests
Ein Survivorship Care Plan ist zwar selbst kein diagnostisches Verfahren, legt jedoch den genauen Zeitplan für alle künftigen Untersuchungen fest. Er bestimmt die Intervalle für Tumormarker-Kontrollen wie PSA oder CEA und terminiert bildgebende Verfahren wie Mammographien oder CT-Aufnahmen. Zudem definiert er gezielte Funktionsuntersuchungen, die auf vorangegangene Therapien abgestimmt sind – wie regelmäßige Echokardiographien zur Überprüfung der Herzleistung nach Gabe von Anthrazyklinen oder Knochendichtemessungen (DEXA) zur Überwachung einer Osteoporose nach Hormontherapien.
Verwandte Krebsarten
Survivorship Care Plans werden für alle Patientinnen und Patienten nach Abschluss einer heilenden Therapie empfohlen. Besonders verbreitet sind sie bei Brust-, Darm- und Prostatakrebs sowie bei hämatologischen Krebserkrankungen im Erwachsenenalter. Sie werden zudem routinemäßig für Betroffene von Kopf-Hals-Tumoren erstellt, die häufig vor langfristigen funktionellen Herausforderungen beim Sprechen und Schlucken stehen. Eine herausragende Rolle spielen sie auch bei ehemaligen Krebspatienten im Kindes- und Jugendalter, da junge Erwachsene nach intensiven multimodalen Therapien ein lebenslang erhöhtes Risiko für körperliche und seelische Spätfolgen tragen.
Verwandte Behandlungen
Ein Nachsorgeplan legt keine primären kurativen Therapien fest, sondern steuert die langfristige adjuvante Erhaltungstherapie und Nachsorgemaßnahmen. Er gibt beispielsweise die genaue Dauer einer antihormonellen Therapie bei Brustkrebs oder einer Androgendeprivation bei Prostatakrebs vor. Darüber hinaus empfiehlt er evidenzbasierte Rehabilitationsmaßnahmen wie Physiotherapie bei Lymphödemen, Logopädie bei Schluckstörungen sowie strukturierte Bewegungs- und Ernährungsprogramme, um das Rückfallrisiko zu senken und die Stoffwechselgesundheit zu fördern.
Häufige Fragen
Wer erstellt meinen Survivorship Care Plan und wann erhalte ich ihn?
Ihr Nachsorgeplan wird von Ihrem onkologischen Behandlungsteam erstellt – meist von einer spezialisierten onkologischen Pflegefachkraft, Ihrem medizinischen Onkologen oder der behandelnden Fachabteilung – kurz vor oder bei Abschluss der primären heilenden Therapie. Sobald Behandlungen wie Operation, Chemotherapie oder Bestrahlung beendet sind, bespricht das Team das Dokument ausführlich mit Ihnen, um Empfehlungen zu erläutern und Ihre Fragen zu beantworten.
Was sollte ich mit meinem Survivorship Care Plan tun?
Bewahren Sie ein Exemplar sicher bei Ihren persönlichen Gesundheitsunterlagen auf und geben Sie eine Kopie an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt weiter. Das Dokument dient als wichtiges Bindeglied zwischen der onkologischen Spezialversorgung und der hausärztlichen Betreuung vor Ort. Wann immer Sie eine neue Arztpraxis, eine physiotherapeutische Praxis oder andere medizinische Spezialisten aufsuchen, hilft dieser Plan den Behandelnden, Ihre Krebsvorgeschichte und eventuelle Risiken sofort zu verstehen.
Ersetzt ein Survivorship Care Plan die regelmäßigen Kontrolltermine in der Onkologie?
Nein, der Plan ersetzt die Arzttermine nicht. Er dient vielmehr als verlässlicher Fahrplan, der genau festlegt, wann welche Termine und Nachsorgeuntersuchungen stattfinden sollten. Er schafft Klarheit darüber, ob eine Kontrolle von Ihrer Onkologin, Ihrem Chirurgen oder Ihrer Hausarztpraxis übernommen wird, und stellt sicher, dass alle notwendigen Untersuchungen lückenlos durchgeführt werden.
Quellen
- 1.ASCO-Pläne für Krebsbehandlung und Survivorship— American Society of Clinical Oncology (Cancer.Net)
- 2.Erstellung von Nachsorgeplänen (Survivorship Care Planning)— National Cancer Institute
- 3.Patientenleitfaden zu Survivorship— European Society for Medical Oncology

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Zuletzt geprüft 1. August 2026
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