Einfach erklärt
Normalerweise ist die Blutgerinnung ein gesunder Schutzmechanismus, der bei Verletzungen einen übermäßigen Blutverlust verhindert. Eine Thrombose entsteht, wenn sich ohne äußere Verletzung ein Blutgerinnsel in einem Blutgefäß bildet und so den lebenswichtigen Blutfluss blockiert. Krebszellen können das natürliche Gleichgewicht Ihres Blutes verändern, sodass es klebriger wird und leichter verklumpt. Gerinnsel bilden sich häufig in den Beinen und führen dort zu plötzlichen Schwellungen, Überwärmung und Schmerzen. Löst sich ein Gerinnsel und wandert in die Lunge, kann dies plötzliche Atemnot auslösen. Aus diesem Grund ist eine Thrombose ein ernster Zustand, der einer raschen ärztlichen Abklärung bedarf.
Das Wichtigste
- Beinhaltet eine inadäquate Gerinnselbildung, die den venösen oder arteriellen Blutfluss behindert.
- Tritt am häufigsten als tiefe Venenthrombose (TVT) oder Lungenembolie (LE) in Erscheinung.
- Krebserkrankungen erhöhen das Gerinnselrisiko von Natur aus, indem sie das Blut gerinnungsfreudiger machen.
- Zu den Warnzeichen gehören unerklärliche Beinschwellungen, Wadenschmerzen, Brustschmerzen und Atemnot.
- Wird sicher und wirksam mit gerinnungshemmenden Medikamenten (Blutverdünnern) behandelt.
Definition
Eine Thrombose ist die pathologische Entstehung eines Blutgerinnsels (Thrombus) in einer Arterie oder Vene, die zu einem Gefäßverschluss führt. Im onkologischen Bereich ist die venöse Thromboembolie (VTE) die häufigste Manifestation; sie umfasst die tiefe Venenthrombose (TVT) – die meist in den tiefen Bein- oder Beckenvenen entsteht – und die Lungenembolie (LE), ein lebensbedrohliches Ereignis, bei dem sich ein Thrombus ablöst und die pulmonale arterielle Zirkulation verlegt.
Bösartige Erkrankungen begünstigen einen prothrombotischen Zustand durch die Ausschüttung gerinnungsfördernder Proteine (wie Tissue Factor), die mechanische Kompression von Blutgefäßen durch Tumoren, die Freisetzung entzündlicher Zytokine, chemotherapiebedingte Endothelschäden sowie längere Phasen der Immobilität.
Warum es wichtig ist
Die venöse Thromboembolie gehört zu den führenden vermeidbaren Ursachen für Morbidität und Mortalität bei Krebspatienten. Das frühzeitige Erkennen von Symptomen – wie einseitige Beinschwellung, Schmerzen, plötzliche Atemnot oder Engegefühl in der Brust – ermöglicht ein schnelles Eingreifen mit gerinnungshemmenden Medikamenten (Antikoagulanzien) und beugt schwerwiegenden Komplikationen vor. Das Wissen um das Thromboserisiko motiviert Patientinnen und Patienten zudem zu präventiven Maßnahmen, etwa indem sie so aktiv wie möglich bleiben, bei Krankenhausaufenthalten Kompressionsstrümpfe tragen oder verordnete vorbeugende Blutverdünner einnehmen.
Verwandte Biomarker und Tests
Die Diagnostik umfasst eine klinische Risikobeurteilung (z. B. anhand des Khorana-Scores) und bildgebende Verfahren: Kompressionssonographie bei Verdacht auf tiefe Venenthrombose (TVT) sowie die CT-Pulmonalisangiographie (CTPA) bei Verdacht auf Lungenembolie. D-Dimer-Bluttests werden gelegentlich bestimmt, allerdings führt eine Krebserkrankung häufig bereits per se zu erhöhten Ausgangswerten.
Verwandte Krebsarten
Eine Thrombose kann jede Krebserkrankung verkomplizieren; das Risiko ist jedoch bei Bauchspeicheldrüsen-, Magen-, Lungen-, Eierstock-, Hirntumoren und metastasiertem Darmkrebs sowie beim multiplen Myelom (insbesondere unter Behandlung mit immunmodulierenden Substanzen) besonders stark erhöht.
Verwandte Behandlungen
Nach der Diagnosestellung erfordert eine Thrombose eine sofortige Antikoagulationstherapie, die typischerweise mit niedermolekularen Heparinen (NMH) oder direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) erfolgt. Die Gerinnungshemmung muss während einer laufenden Krebstherapie stets sorgfältig gegen bestehende Blutungsrisiken oder niedrige Thrombozytenzahlen abgewogen werden.
Häufige Fragen
What are the common warning signs of a blood clot?
Ein Gerinnsel im Bein (TVT) verursacht typischerweise Schwellungen, Druckschmerz, Wärmegefühl oder Rötungen, häufig nur an einer Extremität. Wandert ein Gerinnsel in die Lunge (Lungenembolie), kann dies plötzliche Kurzatmigkeit, atemabhängige stechende Brustschmerzen und Herzrasen auslösen. Diese Symptome erfordern eine sofortige notfallmedizinische Untersuchung.
Why does having cancer increase my risk of blood clots?
Krebszellen setzen Substanzen frei, die das Gerinnungssystem aktivieren, wodurch das Blut dickflüssiger wird und leichter verklumpt. Behandlungen wie Operationen und Chemotherapien, das Tragen zentraler Venenkatheter sowie längere Bettruhe verstärken dieses Risiko zusätzlich.
How is thrombosis treated in someone with cancer?
Die Behandlung stützt sich auf gerinnungshemmende Medikamente, oft als Blutverdünner bezeichnet. Ärztinnen und Ärzte verordnen meist direkte orale Antikoagulanzien (DOAK) oder Injektionen mit niedermolekularem Heparin über mehrere Monate hinweg, wobei die Gerinnungshemmung kontinuierlich gegen das individuelle Blutungsrisiko abgewogen wird.
Quellen
- 1.Blutgerinnsel und Krebserkrankung— National Cancer Institute
- 2.Venöse Thromboembolien bei Krebspatienten— American Society of Clinical Oncology
- 3.ESMO-Leitlinie für die klinische Praxis zu venösen Thromboembolien bei Krebspatienten— European Society for Medical Oncology

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Zuletzt geprüft 1. August 2026
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