Zusammenfassung
Die Charité bietet fachübergreifende Krebsversorgung innerhalb eines großen Universitätsklinikums, mit besonderen Programmen für Leber-, Lungen- und Brustkrebs, Blutkrebserkrankungen und seltene Tumoren. Zertifizierte Organkrebszentren unterstützen die krankheitsspezifische Beurteilung, während das übergreifende Krebszentrum die klinische Versorgung mit der Forschung verbindet. Zu den verfügbaren Ansätzen gehören Immuntherapie, zielgerichtete Therapie, Präzisionsonkologie und bei ausgewählten Blutkrebserkrankungen die CAR-T-Zelltherapie. Die als Richtwert genannte Zahl von rund 300 aktiven klinischen Studien in der Onkologie zeigt eine umfangreiche Forschungstätigkeit, lässt jedoch keinen Rückschluss darauf zu, wie viele Studien derzeit neue Teilnehmende aufnehmen. Internationale Patientinnen und Patienten sollten vor einer verbindlichen Reiseplanung eine Beurteilung anhand ihrer Unterlagen, eine Bestätigung der medizinischen Eignung und einen schriftlichen Kostenplan einholen. Der Zugang zu einer bestimmten Behandlung oder Studie ist nicht automatisch gewährleistet.
Das Wichtigste
- Die Krebsversorgung wird über das Charité Comprehensive Cancer Center und krankheitsspezifische Fachbereiche organisiert.
- Zu den relevanten Programmen gehören Angebote für Leber-, Lungen- und Brustkrebs, Blutkrebserkrankungen und seltene Tumoren.
- Die Wahl der Behandlung hängt von Diagnose, Stadium, molekularen Befunden, bisherigen Therapien und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab.
- Die CAR-T-Zelltherapie steht für ausgewählte Anwendungsgebiete zur Verfügung, nicht für jede Krebsart.
- Die Zahl von rund 300 aktiven onkologischen Studien ist ein Richtwert und bestätigt nicht, dass neue Teilnehmende aufgenommen werden.
- Internationale Patientinnen und Patienten sollten vor der Reise die Behandlungszusage, die Kosten und die Nachsorge klären.
Überblick
Die Ursprünge der Charité reichen bis ins Jahr 1710 zurück. Heute ist sie ein bedeutendes öffentliches Universitätsklinikum und eng mit der medizinischen Lehre und Forschung in Berlin verbunden. Sie ist an mehreren Standorten tätig und vereint Krankenhausversorgung, medizinische Ausbildung und Laborforschung. Für Krebspatientinnen und -patienten ermöglicht diese Struktur die Einbeziehung verschiedener Fachrichtungen, wenn Diagnostik oder Behandlung Fachwissen über eine einzelne Abteilung hinaus erfordern.
Das Charité Comprehensive Cancer Center bildet den organisatorischen Rahmen für die onkologische Versorgung und Forschung. In fachübergreifenden Tumorkonferenzen kommen die jeweils zuständigen Spezialistinnen und Spezialisten zusammen, um Befunde zu besprechen und Behandlungswege zu empfehlen. Eine Empfehlung kann eine Behandlung an der Charité, weitere Untersuchungen oder eine mit dem bisherigen onkologischen Behandlungsteam abgestimmte Versorgung vorsehen; eine ärztliche Beurteilung führt nicht zwangsläufig zu einer stationären Aufnahme.
Die Charité verfügt über ein umfangreiches Netzwerk zertifizierter Organkrebszentren sowie über Angebote für bösartige Erkrankungen des blutbildenden und lymphatischen Systems und für seltenere Krebserkrankungen. Eine Zertifizierung bezieht sich auf festgelegte Leistungen und Qualitätsanforderungen und garantiert keinen individuellen Behandlungserfolg. Patientinnen und Patienten sollten klären, welche Abteilung und welcher Standort für ihre konkrete Diagnose zuständig wären, da das übergreifende Krebszentrum keine einzelne Station oder Behandlungseinrichtung ist.
Schwerpunkte
Leber-, Lungen- und Brustkrebs sind wichtige Schwerpunkte der onkologischen Versorgung an der Charité. Bei der Beurteilung von Leberkrebs kann die Beteiligung von Hepatologie, Chirurgie, Onkologie und Radiologie erforderlich sein, insbesondere wenn eine zugrunde liegende Lebererkrankung die Behandlungswahl beeinflusst. Die Versorgung bei Lungenkrebs richtet sich nach der feingeweblichen Einordnung, der Stadienbestimmung und relevanten Biomarkern. Bei Brustkrebs werden der Rezeptorstatus, gegebenenfalls ein erbliches Risiko sowie die Abwägung zwischen örtlichen und im ganzen Körper wirkenden Behandlungen berücksichtigt.
Die Versorgung bei Blutkrebs umfasst Erkrankungen wie Leukämien, Lymphome und das Myelom, einschließlich einer spezialisierten Beurteilung im Hinblick auf intensive Therapien und, wenn medizinisch angezeigt, zelluläre Behandlungen. Bei seltenen Krebserkrankungen können eine zusätzliche Überprüfung der pathologischen Befunde und eine fachübergreifende Besprechung erforderlich sein, da die wissenschaftliche Datenlage und die zugelassenen Behandlungsmöglichkeiten begrenzt sein können. Patientinnen und Patienten mit einem seltenen Tumor sollten fragen, ob ein spezialisiertes Team genau diesen Subtyp betreut und ob eine externe fachliche Zweitbeurteilung oder eine Behandlung im Rahmen der Forschung sinnvoll wäre.
Verfügbare Behandlungen
Operationen und Strahlentherapie gehören zum Angebot der Krebsbehandlung an der Charité. Ihr Stellenwert hängt von der Lage und Ausdehnung des Tumors sowie der körperlichen Belastbarkeit der Patientin oder des Patienten ab; sie können mit einer systemischen Behandlung kombiniert werden. Patientinnen und Patienten sollten fragen, ob das angestrebte Ziel eine Heilung, die Senkung des Rückfallrisikos, die Kontrolle der Erkrankung oder die Linderung von Beschwerden ist und ob weniger intensive Alternativen sinnvoll sind.
Zu den medikamentösen Behandlungen gehören Chemotherapie, Immuntherapie und zielgerichtete Therapien. Die Präzisionsonkologie nutzt Eigenschaften des Tumors, darunter molekulare Befunde, um in ausgewählten Situationen Behandlungsentscheidungen zu unterstützen. Untersuchungen weisen nicht immer eine therapeutisch nutzbare Veränderung nach. Auch wenn eine Zielstruktur gefunden wird, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass ein geeignetes Medikament zugelassen oder verfügbar ist oder die Kosten dafür übernommen werden. Behandlungsempfehlungen sollten zwischen etablierten Anwendungsgebieten, experimentellen Behandlungen und einer Anwendung außerhalb der Zulassung unterscheiden.
Die Charité verfügt über ein Programm für CAR-T- und zelluläre Therapien. Bei der CAR-T-Behandlung werden körpereigene Immunzellen der Patientin oder des Patienten verändert. Sie wird bei ausgewählten Blutkrebserkrankungen unter bestimmten Eignungsvoraussetzungen eingesetzt. Die Beurteilung berücksichtigt bisherige Behandlungen, den aktuellen Krankheitsstatus und die Organfunktion. Eine vorbereitende Behandlung, engmaschige Überwachung und ein zeitweiliger Aufenthalt in der Nähe des behandelnden Krankenhauses können erforderlich sein, da schwerwiegende Komplikationen auftreten können. Aus der Verfügbarkeit dieser Therapie sollte nicht auf einen regelhaften Zugang bei soliden Tumoren geschlossen werden.
Klinische Studien
Das onkologische Forschungsportfolio der Charité wird mit rund 300 aktiven klinischen Studien beschrieben. Diese Zahl dient als Orientierung und ist keine überprüfte, tagesaktuelle Angabe dazu, wie viele Studien neue Teilnehmende aufnehmen; der Studienstatus und die verfügbaren Plätze ändern sich. Studien können neue Medikamente, Behandlungskombinationen, Biomarker oder andere Aspekte der Versorgung untersuchen. Eine aktive Studie kann bereits aufgenommene Teilnehmende weiterbeobachten, ohne neue Patientinnen und Patienten aufzunehmen.
Internationale Patientinnen und Patienten können das für ihre Erkrankung zuständige Team bitten, ihre Unterlagen auf eine mögliche Eignung für eine Studie zu prüfen. Für diese Prüfung können pathologisches Untersuchungsmaterial, aktuelle Bildgebung, molekulare Befunde und zusätzliche Untersuchungen erforderlich sein. Die Kriterien des Studienprotokolls, bisherige Therapien, Laborbefunde und die Möglichkeit, wiederholt zu Terminen zu erscheinen, sind dabei von Bedeutung. Die Aufnahme in eine Studie setzt eine formale Eignungsprüfung und eine Einwilligung nach umfassender Aufklärung voraus; weder ein Wohnsitz im Ausland noch die Bereitschaft, Kosten selbst zu tragen, garantiert den Zugang. Eine Studienteilnahme kann auch die Planung der Nachsorge im Heimatland erschweren.
Praktische Hinweise für internationale Patientinnen und Patienten
Beginnen Sie mit einer medizinischen Anfrage und einer knappen Zusammenfassung Ihrer Diagnose und bisherigen Behandlung. Bitten Sie um Bestätigung, dass die zuständige Abteilung Ihren Fall prüfen kann, welche weiteren Informationen benötigt werden und ob eine erste Beurteilung aus der Ferne möglich ist. Unterbrechen Sie Ihre laufende Behandlung während der Wartezeit auf eine Antwort nicht, es sei denn, Ihre behandelnde Ärztin oder Ihr behandelnder Arzt empfiehlt dies. Ein vorgeschlagener Plan kann sich nach Überprüfung der pathologischen Befunde oder einer persönlichen Untersuchung ändern.
Lassen Sie sich vor der Reisebuchung schriftlich erläutern, welche Abklärung vorgesehen ist, welcher Behandlungsweg voraussichtlich infrage kommt und welche finanziellen Regelungen gelten. Fragen Sie, wie lange Sie möglicherweise in Berlin bleiben müssen, ohne von einem festen Zeitplan auszugehen. Vereinbaren Sie, wer nach Ihrer Rückkehr ins Heimatland für die Behandlung von Komplikationen, Verordnungen und Kontrolluntersuchungen zuständig ist. Bei komplexen Behandlungen, insbesondere bei einer zellulären Therapie oder einer Studie, können eine Unterkunft vor Ort, eine Betreuungsperson und wiederholte Termine erforderlich sein.
Kontaktinformationen
Die folgenden Kontaktdaten stammen aus den offiziellen Informationen der Klinik für internationale Patientinnen und Patienten.
Standort: Berlin, Deutschland
E-Mail: international@charite.de
Telefon: +49 30 450 577 000
Website: https://www.charite.de
Unterstützte Sprachen: Deutsch, Englisch, Russisch, Arabisch
Zweitmeinung aus der Ferne: Verfügbar
Prüfen Sie die aktuellen Kontaktdaten stets auf der offiziellen Website der Klinik, bevor Sie medizinische Unterlagen versenden, und schicken Sie niemals Dokumente an eine ungeprüfte Adresse.
Fragen von Patientinnen und Patienten
- Welche Abteilung und welcher Standort würden meinen genauen Krebs-Subtyp beurteilen?
- Benötigen Sie histologische Präparate, Gewebeblöcke oder weitere molekulare Untersuchungen?
- Handelt es sich bei der vorgeschlagenen Behandlung um eine Standardbehandlung, eine Anwendung außerhalb der Zulassung oder eine Behandlung im Rahmen einer Studie?
- Nehmen derzeit passende Studien internationale Patientinnen und Patienten auf?
- Was umfasst der schriftliche Kostenvoranschlag, und wodurch könnten zusätzliche Kosten entstehen?
- Welche Unterstützung durch Dolmetschende steht bei der Aufklärung zur Einwilligung und während der Behandlung zur Verfügung?
- Wie lange sollte ich meinen Aufenthalt planen, und benötige ich eine Betreuungsperson?
- Wer koordiniert die Kontrolluntersuchungen und die Versorgung in dringenden Fällen nach meiner Rückkehr ins Heimatland?
Häufige Fragen
Wie können internationale Patientinnen und Patienten eine ärztliche Beurteilung anfragen?
Informieren Sie sich auf der offiziellen Website der Charité über den aktuellen Kontaktweg für Anfragen internationaler Patientinnen und Patienten oder über die zuständige onkologische Fachabteilung. Senden Sie eine knappe Darstellung Ihrer Diagnose, der bisherigen Behandlung und des Anlasses Ihrer Anfrage. Beachten Sie dabei die Vorgaben des Krankenhauses zur sicheren Übermittlung von Unterlagen. Fragen Sie, ob eine ärztliche Überweisung erforderlich ist und ob Ihre Unterlagen vor der Reise beurteilt werden können. Eine Anfrage ist keine Bestätigung einer Behandlungszusage, der Eignung für eine Behandlung oder einer geplanten stationären Aufnahme.
Welche medizinischen Unterlagen sollte ich vorbereiten?
Bereiten Sie pathologische Befunde, Angaben zum Krankheitsstadium, aktuelle Befunde und Aufnahmen bildgebender Untersuchungen, Behandlungszusammenfassungen, Operationsberichte und eine aktuelle Medikamentenliste vor. Fügen Sie, sofern vorhanden, Ergebnisse molekularer oder genetischer Untersuchungen sowie Angaben zu wichtigen Begleiterkrankungen und Allergien bei. Das Team kann außerdem histologische Präparate oder Gewebeblöcke zur Überprüfung anfordern. Fragen Sie, welche Sprachen und Dateiformate akzeptiert werden und ob beglaubigte Übersetzungen erforderlich sind, bevor Sie Geld für Übersetzungen oder den Versand von Originalmaterial ausgeben.
Womit sollte ich bei den Kosten rechnen?
Die Kosten hängen von den Untersuchungen, der Behandlung, den Anforderungen an einen stationären Aufenthalt und möglichen Komplikationen ab; ein allgemeines Profil kann keine verlässliche persönliche Kostenschätzung liefern. Bitten Sie um einen aufgeschlüsselten schriftlichen Kostenvoranschlag und um Klärung der Zahlungsmodalitäten beziehungsweise einer Kostenübernahmezusage Ihrer Versicherung. Fragen Sie, ob die Überprüfung pathologischer Befunde, Medikamente, Dolmetschleistungen und Nachsorge enthalten sind. Klären Sie bei einer klinischen Studie, welche forschungsbedingten Ausgaben übernommen werden und welche Kosten der regulären Versorgung weiterhin zu zahlen sind. Reise und Unterkunft sollten separat eingeplant werden, sofern sie nicht ausdrücklich enthalten sind.
Gibt es sprachliche Unterstützung?
Klären Sie die sprachliche Unterstützung direkt mit der für Ihre Versorgung zuständigen Abteilung. Gehen Sie nicht davon aus, dass jedes Gespräch, jede Einwilligungserklärung oder jede Anweisung bei der Entlassung auf Englisch oder in einer anderen von Ihnen bevorzugten Sprache verfügbar ist. Fragen Sie, ob professionelle Dolmetschleistungen organisiert werden können, wie diese gebucht werden und ob dafür Kosten anfallen. Eine Begleitperson kann bei der alltäglichen Verständigung helfen; bei komplexen medizinischen Entscheidungen und der Einwilligung nach Aufklärung ist bei Bedarf jedoch die Unterstützung durch qualifizierte Dolmetschende vorzuziehen.
Wie sollte ich Reise und Unterkunft planen?
Warten Sie die Bestätigung des Termins und des vorgeschlagenen weiteren Vorgehens ab, bevor Sie nicht erstattbare Buchungen vornehmen. Fragen Sie, an welchem Standort Sie behandelt werden, ob ambulante Termine oder ein stationärer Aufenthalt vorgesehen sind und ob Sie anschließend in der Nähe bleiben müssen. Zelluläre Therapien und manche Studien können eine Betreuungsperson und eine längere Überwachung vor Ort erfordern. Prüfen Sie unabhängig davon die Anforderungen an Visa und Unterlagen für eine medizinisch begründete Reise und besprechen Sie Ihre Flugtauglichkeit mit Ihrem behandelnden Team. Die Verfügbarkeit und Eignung einer Unterkunft sollten gesondert bestätigt werden.
Quellen
- 1.Offizielle Website der Charité: Informationen zur Einrichtung und für Patientinnen und Patienten— Charité — Universitätsmedizin Berlin
- 2.Allgemeine Informationen zu Krebsbehandlungen und klinischen Studien— National Cancer Institute
- 3.Allgemeine onkologische Empfehlungen und Informationsangebote für Patientinnen und Patienten— European Society for Medical Oncology

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Zuletzt geprüft 1. September 2026
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