Medizinisches Glossar

Katheter — Flexibler medizinischer Schlauch

Ein Katheter ist ein weicher, flexibler Schlauch, der in den Körper eingeführt wird, um Medikamente zu verabreichen oder Flüssigkeiten abzuleiten. In der Krebsbehandlung hilft er dem medizinischen Team bei der Durchführung intravenöser Therapien, der Sicherstellung der künstlichen Ernährung oder der Entlastung bei Flüssigkeitsansammlungen, wodurch wiederholte Nadelstiche vermieden werden.

4 Min. LesezeitZuletzt geprüft 1. August 2026Medizinisch geprüft von: GetOnco Medical Review Team

Einfach erklärt

Stellen Sie sich einen Katheter wie einen vorübergehenden, schmalen Verbindungskanal vor, über den Flüssigkeiten sicher in Ihren Körper hinein oder heraus geleitet werden können. Wenn Sie eine Chemotherapie oder regelmäßige Blutentnahmen benötigen, erspart Ihnen ein Gefäßkatheter wiederholte Einstiche in die Armvenen. Sammelt sich infolge der Krebserkrankung oder deren Behandlung Flüssigkeit in der Blase, im Brustkorb oder im Bauchraum an, leitet ein Drainagekatheter diese sanft ab. Katheter werden von geschultem Fachpersonal unter sterilen Bedingungen gelegt, um Infektionen vorzubeugen.

Das Wichtigste

  • Katheter sind flexible Schläuche zur Verabreichung von Medikamenten oder zur Ableitung von Körperflüssigkeiten.
  • Gefäßzugänge schonen kleine Venen vor wiederholten Nadelstichen während der Chemotherapie.
  • Die korrekte Lage wird routinemäßig mittels Ultraschall oder Röntgen kontrolliert.
  • Sorgfältige Hygiene und regelmäßige Verbandswechsel minimieren das Risiko katheterbedingter Infektionen.

Definition

In der Onkologie ist ein Katheter ein medizinisches Hilfsmittel, das aus biegsamen Materialien wie Silikon, Polyurethan oder Latex gefertigt ist. Je nach klinischem Bedarf kann er in Blutgefäße, Körperhöhlen oder Organe eingeführt werden. Gefäßkatheter bieten einen verlässlichen Zugang zum Kreislaufsystem und ermöglichen die Verabreichung von Chemotherapie, Immuntherapie, Blutprodukten und intravenöser Flüssigkeit, ohne die peripheren Venen zu schädigen.

Nicht-vaskuläre Katheter dienen der Drainage und diagnostischen Zwecken. So leiten beispielsweise Blasenkatheter den Urin während Operationen im Beckenbereich oder bei behandlungsbedingtem Harnverhalt ab. Andere Drainagekatheter können im Pleuraspalt oder im Bauchraum platziert werden, um bösartige Flüssigkeitsansammlungen zu kontrollieren, Beschwerden zu lindern und eine kontinuierliche klinische Beurteilung zu unterstützen.

Warum es wichtig ist

Katheter verbessern den Behandlungskomfort und die Therapiesicherheit erheblich. Viele Krebsmedikamente, insbesondere gewebereizende Chemotherapeutika, können kleine Armvenen schädigen, wenn sie über eine herkömmliche Venenverweilkanüle verabreicht werden. Katheter schonen die Venen und stellen sicher, dass die Medikamente zuverlässig in die Blutbahn gelangen. Sie ermöglichen zudem kontinuierliche Infusionen zu Hause, sodass Patientinnen und Patienten ihren gewohnten Alltag auch außerhalb des Krankenhauses fortführen können. Die sorgfältige Pflege des Katheters ist essenziell, da ein gewissenhafter Umgang Komplikationen wie Verstopfungen oder Blutstrominfektionen verhindert und Ihren Behandlungsplan stabil hält.

Verwandte Biomarker und Tests

Ein Katheter ist kein biologischer Marker und wird daher nicht über Laborwerte analysiert. Seine korrekte Platzierung und Funktion werden jedoch durch gezielte Untersuchungen überwacht. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Durchleuchtung oder Röntgenaufnahmen des Brustkorbs überprüfen die richtige Lage vor der ersten Benutzung. Zu den laborchemischen Kontrollen gehören ein großes Blutbild zur Beurteilung des Infektionsrisikos, Gerinnungswerte für ein sicheres Legen des Katheters sowie Blut- oder Flüssigkeitskulturen, falls der Verdacht auf eine Infektion an der Kathetereintrittsstelle besteht.

Verwandte Krebsarten

Katheter kommen in nahezu allen Bereichen der Onkologie zum Einsatz. Besonders häufig werden sie bei bösartigen Erkrankungen des Blutes wie Leukämien, Lymphomen und dem multiplen Myelom genutzt, bei denen intensive Kombinationstherapien erforderlich sind. Sie gehören auch bei Krebserkrankungen des Magen-Darm-Trakts wie Darm- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs zum Behandlungsstandard, da hier oft Dauerinfusionen über tragbare Pumpen verabreicht werden. Blasen- und Drainagekatheter unterstützen häufig Menschen, die wegen Blasen-, Prostata-, Eierstock- oder fortgeschrittenem Lungenkrebs behandelt werden.

Verwandte Behandlungen

Katheter sind für die Durchführung systemischer Therapien unverzichtbar. Sie ermöglichen die sichere Verabreichung von gewebereizenden Chemotherapien, monoklonalen Antikörpern, parenteraler Ernährung und unterstützenden Medikamenten gegen Übelkeit. Zudem lassen sie sich an tragbare Pumpen für ambulante Dauerinfusionen anschließen, etwa bei 46-stündigen Fluorouracil-Therapieschemata. Drainagekatheter lindern Beschwerden bei bösartigem Bauchwasser (Aszites) oder Pleuraergüssen, erleichtern das Atmen und verbessern die Mobilität, sodass die Betroffenen stabil genug bleiben, um ihre aktive Krebstherapie fortzusetzen.

Häufige Fragen

Tut das Legen eines Katheters weh?

Der Eingriff erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung, sodass der Bereich taub ist und Sie meist nur einen leichten Druck verspüren, aber keinen stechenden Schmerz. Ein leichtes Druckgefühl oder Blutergüsse an der Einstichstelle sind in den ersten Tagen danach normal und klingen meist rasch ab. Ihr Behandlungsteam berät Sie gerne zu geeigneten Schmerzmitteln, falls diese erforderlich sein sollten.

Kann ich mit einem Katheter duschen?

Ja, allerdings müssen die Einstichstelle und der Verband absolut trocken bleiben, um Infektionen zu vermeiden. Beim Duschen werden in der Regel wasserdichte Schutzabdeckungen oder Folien empfohlen. Auf Vollbäder oder Schwimmen sollte strikt verzichtet werden. Ihr Pflegeteam zeigt Ihnen vor der Entlassung genau, wie Sie den Verband zuverlässig schützen.

Auf welche Anzeichen einer Katheterinfektion sollte ich achten?

Wenden Sie sich umgehend an Ihr Behandlungsteam, wenn Sie Rötungen, Schwellungen, Überwärmung oder austretende Flüssigkeit an der Kathetereintrittsstelle bemerken. Auch das Auftreten von Fieber, Schüttelfrost oder plötzlichem Kältegefühl ist ein wichtiges Warnzeichen für eine mögliche Blutstrominfektion, die eine rasche ärztliche Untersuchung und eine antibiotische Behandlung erfordert.

Quellen

  1. 1.Katheter und Ports in der KrebsbehandlungASCO Cancer.Net
  2. 2.Zentralvenöse ZugangswegeNational Cancer Institute
  3. 3.Management katheterbedingter KomplikationenESMO
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