Einfach erklärt
Ein Lymphom ist eine Krebserkrankung der weißen Blutzellen, die normalerweise für die Abwehr von Krankheiten zuständig sind. Manche dieser Zellen verändern sich, vermehren sich unkontrolliert und lagern sich in Lymphknoten oder inneren Organen ab. Durch diese Ansammlung entstehen häufig schmerzlose Schwellungen, etwa am Hals, in den Achselhöhlen oder in der Leiste. Da das Lymphsystem den gesamten Körper durchzieht, kann ein Lymphom an mehreren Stellen gleichzeitig auftreten. Mithilfe präziser Gewebeuntersuchungen bestimmen Ärztinnen und Ärzte die genaue Unterform, damit die Behandlung exakt auf die Biologie der veränderten Zellen abgestimmt werden kann.
Das Wichtigste
- Entsteht durch die bösartige Entartung von B-Zellen, T-Zellen oder NK-Zellen.
- Wird in das Hodgkin-Lymphom und zahlreiche Non-Hodgkin-Lymphom-Subtypen unterteilt.
- Wird zuverlässig durch eine Lymphknoten-Exzisionsbiopsie und Immunphänotypisierung diagnostiziert.
- Die Therapie kombiniert Chemoimmuntherapie, zielgerichtete Biologika und CAR-T-Zell-Verfahren.
Definition
Ein Lymphom entsteht, wenn genetische Veränderungen den natürlichen Lebenszyklus von T-Zellen, B-Zellen oder natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) stören. Anstatt den Körper vor Krankheitserregern zu schützen, teilen sich diese entarteten Zellen fortwährend und sammeln sich in Lymphknoten, Milz, Knochenmark und anderen Organen an. Diese Verdrängung beeinträchtigt die normale Blutbildung und schwächt das Immunsystem.
Feingeweblich unterscheidet man zwischen dem Hodgkin-Lymphom, das durch das Auftreten charakteristischer, großer Reed-Sternberg-Riesenzellen gekennzeichnet ist, und Non-Hodgkin-Lymphomen (NHL), die Dutzende biologisch eigenständige Subtypen umfassen. Der klinische Verlauf reicht von indolenten, sehr langsam fortschreitenden Formen, die zunächst nur überwacht werden müssen, bis hin zu hochaggressiven Erkrankungen, die eine sofortige systemische Behandlung verlangen.
Warum es wichtig ist
Die präzise Bestimmung des Lymphomtyps ist von größter Bedeutung, da sich die Therapiekonzepte je nach mikroskopischen und molekularen Eigenschaften grundlegend unterscheiden. Während manche langsam wachsende Formen über lange Zeiträume ohne Therapie engmaschig beobachtet werden können, erfordern aggressive Subtypen eine sofortige, intensive Behandlung. Viele Lymphome sprechen sehr gut auf moderne Chemotherapien und zielgerichtete Immuntherapien an. Eine exakte Erstdiagnose und Stadieneinteilung versetzt das onkologische Team in die Lage, Behandlungspläne zu erstellen, die häufig zu langanhaltenden Remissionen oder einer Heilung führen.
Verwandte Biomarker und Tests
Für eine sichere Diagnose ist die operative Entnahme eines ganzen Lymphknotens (Exzisionsbiopsie) erforderlich; eine Feinnadelpunktion allein reicht fast nie aus. Pathologinnen und Pathologen nutzen die Immunhistochemie (IHC), um spezifische Oberflächenmerkmale (Cluster of Differentiation, CD-Marker) wie CD20 oder CD30 nachzuweisen. Molekulare und zytogenetische Untersuchungen, etwa die Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) zum Nachweis von Translokationen in Genen wie MYC oder BCL2, präzisieren den Subtyp. Die Stadieneinteilung erfolgt mittels PET-CT und gelegentlich über eine Knochenmarkbiopsie.
Verwandte Krebsarten
Der Begriff umfasst direkt das Hodgkin-Lymphom sowie Non-Hodgkin-Lymphome. Häufige Formen des Non-Hodgkin-Lymphoms sind das diffus großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL), das follikuläre Lymphom, das Mantelzell-Lymphom, das Marginalzonen-Lymphom und periphere T-Zell-Lymphome. Lymphome können sich auch primär außerhalb der Lymphknoten manifestieren, beispielsweise als primäres Lymphom des zentralen Nervensystems, kutanes T-Zell-Lymphom oder MALT-Lymphom des Magen-Darm-Trakts.
Verwandte Behandlungen
Die Therapiestrategie richtet sich ganz nach Gewebetyp und Krankheitsstadium. Zu den Standardbehandlungen gehören Chemoimmunotherapien, wie etwa Rituximab in Kombination mit CHOP bei CD20-positiven B-Zell-Lymphomen. Zielgerichtete Therapien wie Bruton-Tyrosinkinase-(BTK)-Inhibitoren, Antikörper-Wirkstoff-Konjugate und bispezifische Antikörper spielen vor allem bei Rückfällen eine wichtige Rolle. Bei besonders schwer behandelbaren Verläufen kommen auch eine autologe Stammzelltransplantation oder eine CAR-T-Zell-Therapie in Betracht.
Häufige Fragen
Was versteht man unter 'B-Symptomen' bei einem Lymphom?
Als 'B-Symptome' wird eine charakteristische Dreiergruppe allgemeiner Krankheitszeichen bezeichnet: unklares Fieber über 38 °C, starker Nachtschweiß, der zum Wechseln der Kleidung oder Bettwäsche zwingt, sowie ein unbeabsichtigter Gewichtsverlust von mehr als 10 % des Körpergewichts innerhalb von sechs Monaten. Ihr Auftreten deutet auf eine Entzündungsaktivität im gesamten Körper hin und spielt bei der Stadieneinteilung eine wichtige Rolle.
Wie unterscheidet sich das Hodgkin-Lymphom von einem Non-Hodgkin-Lymphom?
Der Hauptunterschied liegt im mikroskopischen Gewebebild. Das Hodgkin-Lymphom ist eindeutig durch das Vorhandensein auffälliger, veränderter Zellen – den sogenannten Reed-Sternberg-Zellen – definiert und breitet sich meist geordnet von einer Lymphknotengruppe zur nächsten aus. Bei Non-Hodgkin-Lymphomen fehlen diese Zellen; die Gruppe umfasst viele unterschiedliche Unterarten und breitet sich häufig auch unregelmäßig im Körper aus.
Gilt ein Lymphom als heilbare Krebserkrankung?
Viele Formen des Lymphoms sind heilbar oder lassen sich in eine langjährige, stabile Remission bringen. Das Hodgkin-Lymphom sowie aggressive Non-Hodgkin-Lymphome wie das diffus großzellige B-Zell-Lymphom können mit modernen Kombinationen aus Chemo- und Immuntherapie häufig dauerhaft geheilt werden. Langsam wachsende (indolente) Lymphome gelten zwar oft als chronisch, Betroffene können jedoch mit gezielter Begleitung und bedarfsgerechter Therapie über Jahrzehnte hinweg eine gute Lebensqualität behalten.
Quellen
- 1.Lymphome: Überblick und Arten— National Cancer Institute
- 2.Lymphome verstehen: Hodgkin und Non-Hodgkin— American Society of Clinical Oncology (Cancer.Net)
- 3.ESMO-Leitlinien für die klinische Praxis: Hämatolymphoide Malignome— European Society for Medical Oncology

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Zuletzt geprüft 1. August 2026
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