Einfach erklärt
Dieses Verfahren ermöglicht es Ihrem medizinischen Team, hartnäckige Blutkrebserkrankungen mit hochwirksamen Chemotherapiedosen zu behandeln, die ein normales Knochenmark nicht unbeschadet überstehen würde. Vor der Gabe dieser hoch dosierten Medikamente entnehmen Ärztinnen und Ärzte Ihre eigenen gesunden blutbildenden Stammzellen und frieren sie sicher ein. Nachdem Sie die intensive Behandlung zur Beseitigung der Krebszellen abgeschlossen haben, werden Ihre konservierten Stammzellen wie bei einer Transfusion in Ihre Blutbahn zurückgegeben. Sie bauen Ihr Immunsystem und Ihre Blutwerte von innen heraus wieder auf und retten Ihr Knochenmark so wirksam vor den schweren Folgen der Therapie.
Das Wichtigste
- Verwendet Ihre eigenen kryokonservierten Stammzellen anstelle von Spenderzellen.
- Schließt das Risiko einer Graft-versus-Host-Erkrankung aus.
- Ermöglicht die sichere Verabreichung von sonst toxischen Chemotherapiedosen.
- Erfordert bis zum Engraftment mehrwöchige strikte Infektionsschutzmaßnahmen.
Definition
Bei einer autologen Stammzelltransplantation werden vor der Verabreichung einer Hochdosis-Chemotherapie – mit oder ohne Ganzkörperbestrahlung – patienteneigene hämatopoetische Stammzellen gesammelt. Diese blutbildenden Zellen werden mittels eines Verfahrens namens Apherese aus dem peripheren Blut gewonnen und anschließend kryokonserviert. Das Hauptziel der Hochdosistherapie besteht darin, so viele bösartige Zellen wie möglich zu vernichten, auch wenn dabei die blutbildende Funktion des Knochenmarks vollständig ausgeschaltet wird.
Sobald die intensive vorbereitende Konditionierungstherapie vom Körper abgebaut ist, werden die tiefgefrorenen Stammzellen aufgetaut und über einen zentralen Venenkatheter wieder in die Blutbahn infundiert. Die infundierten Stammzellen wandern durch den Blutkreislauf und siedeln sich in den Hohlräumen des Knochenmarks an – ein biologischer Prozess, der als Engraftment bezeichnet wird. Über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen vermehren sie sich und bilden wieder gesunde rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen und Blutplättchen.
Warum es wichtig ist
Dieses Verfahren bietet die Chance auf eine potenziell langanhaltende Remission oder eine tiefe Krankheitskontrolle bei bestimmten hämatologischen Krebserkrankungen, die erneut aufgetreten sind oder aggressiv verlaufen. Da körpereigene Zellen verwendet werden, besteht kein Risiko für eine Graft-versus-Host-Erkrankung, und eine Spendersuche entfällt. In der Phase vor dem Engraftment sind Sie jedoch extrem anfällig für Infektionen, Anämie und Blutungen. Das Verständnis der Vorbereitungs-, Klinik- und Erholungsphase hilft Ihnen und Ihren Angehörigen, unterstützende Maßnahmen wie Transfusionen, Isolierung und antibiotische Prophylaxe vorausschauend einzuordnen.
Verwandte Biomarker und Tests
Vor der Transplantation stellen umfassende Untersuchungen sicher, dass Ihr Körper die Behandlung bewältigen kann. Dazu gehören Knochenmarkbiopsien zur Beurteilung des Krankheitsstatus, PET- oder CT-Scans, Echokardiographien oder MUGA-Scans zur Überprüfung der Herzfunktion sowie Lungenfunktionstests. Mittels CD34-Biomarkeranalysen wird das periphere Blut überwacht, um sicherzustellen, dass vor Beginn der Apherese eine ausreichende Anzahl mobilisierter Stammzellen zirkuliert.
Verwandte Krebsarten
Autologe Stammzelltransplantationen werden am häufigsten zur Behandlung des multiplen Myeloms, des Hodgkin-Lymphoms und verschiedener Subtypen des Non-Hodgkin-Lymphoms eingesetzt, darunter das diffuse großzellige B-Zell-Lymphom und das Mantelzell-Lymphom. Gelegentlich kommen sie auch bei bestimmten soliden Tumoren zum Einsatz, wie etwa bei rezidivierten Keimzelltumoren des Hodens und Hochrisiko-Neuroblastomen bei Kindern.
Verwandte Behandlungen
Dieses Verfahren dient als konsolidierende Therapie, die eingesetzt wird, nachdem die standardmäßige Induktionstherapie die Tumorlast bereits minimiert hat. Sie umfasst Konditionierungsregime mit hoch dosierten Chemotherapeutika wie melphalan, carmustine oder busulfan. Die Nachsorge nach der Transplantation beinhaltet Injektionen von Wachstumsfaktoren, vorbeugende Antiinfektiva sowie Thrombozyten- oder Bluttransfusionen, bis sich Ihre Blutwerte erholt haben. Zur Verlängerung der Remission können sich Erhaltungstherapien anschließen.
Häufige Fragen
Wie unterscheidet sich eine autologe von einer allogenen Transplantation?
Bei einer autologen Transplantation werden Ihre eigenen, zuvor entnommenen Stammzellen zur Wiederherstellung der Knochenmarksfunktion verwendet, während bei einer allogenen Transplantation Stammzellen eines passenden familiären oder fremden Spenders genutzt werden, wodurch ein neues Immunsystem aufgebaut wird.
Wie lange dauert das Engraftment nach der Reinfusion der Stammzellen?
Das Engraftment erfolgt in der Regel innerhalb von 10 bis 20 Tagen nach der Infusion. In diesem Zeitraum steigen die Werte der weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen schrittweise wieder auf ein sicheres Niveau an.
Ist die Stammzellgewinnung schmerzhaft?
Die Stammzellsammlung mittels Apherese ist in der Regel nicht schmerzhaft, auch wenn das mehrstündige Stillsitzen anstrengend sein kann. Gelegentlich treten durch das während des Verfahrens verwendete Gerinnungshemmungsmittel vorübergehendes Kribbeln oder Muskelkrämpfe auf.
Quellen
- 1.Stammzelltransplantationen in der Krebsbehandlung— National Cancer Institute
- 2.Autologe Stammzelltransplantation— American Society of Clinical Oncology
- 3.Klinische Praxisleitlinien: Hämatologische Neoplasien— European Society for Medical Oncology

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Zuletzt geprüft 1. August 2026
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