Medizinisches Glossar

Pap-Abstrich — Gebärmutterhals-Screening und Früherkennung

Ein Pap-Abstrich, auch als Pap-Test oder Zervixzytologie bezeichnet, ist eine gynäkologische Routineuntersuchung zur Erkennung auffälliger oder krebsvorstufenartiger Zellen am Gebärmutterhals (Cervix uteri). Durch die frühzeitige Identifikation zellulärer Veränderungen können diese beobachtet oder behandelt werden, lange bevor Gebärmutterhalskrebs überhaupt entstehen kann.

3 Min. LesezeitZuletzt geprüft 1. August 2026Medizinisch geprüft von: GetOnco Medical Review Team

Einfach erklärt

Ein Pap-Abstrich ist ein unkomplizierter Standardtest zur Erhaltung Ihrer gynäkologischen Gesundheit. Während einer kurzen Untersuchung entnimmt die Frauenärztin oder der Frauenarzt mit einer kleinen, weichen Bürste vorsichtig einige Zellen von der Oberfläche des Gebärmutterhalses. Diese Zellen werden im Labor mikroskopisch auf Auffälligkeiten geprüft. Werden veränderte Zellen frühzeitig entdeckt, können sie überwacht oder behandelt werden, noch bevor sie zu Krebs werden. Es ist eines der wirksamsten und zuverlässigsten Instrumente der Krebsvorsorge.

Das Wichtigste

  • Dient der Erkennung von Krebsvorstufen und frühen Stadien von Gebärmutterhalskrebs.
  • Entfaltet den größten Nutzen bei regelmäßiger Durchführung gemäß den Vorsorgerichtlinien.
  • Wird heute häufig mit molekularen Tests auf Hochrisiko-HPV-Stämme kombiniert.
  • Schneller, unkomplizierter Eingriff in der Praxis ohne Betäubung oder Ausfallzeit.

Definition

Der Pap-Abstrich ist eine zytologische Screening-Untersuchung von Ektozervix und Zervikalkanal. Während der Untersuchung entnimmt die Ärztin oder der Arzt mit einem Bürstchen schonend eine Zellprobe aus der sogenannten Transformationszone – dem Areal des Gebärmutterhalses, das am anfälligsten für zelluläre Fehlentwicklungen und Dysplasien ist.

Die gewonnenen Zellen werden in einem flüssigkeitsbasierten Konservierungsmedium fixiert und von Zytopathologinnen und Zytopathologen mikroskopisch beurteilt. Die Auswertung erfasst morphologische Veränderungen, die von niedriggradigen squamösen intraepithelialen Läsionen (LSIL) über hochgradige Läsionen (HSIL) bis hin zu invasiven Karzinomen reichen können. In modernen Screening-Programmen wird der Pap-Abstrich regelmäßig mit molekularen Tests auf Hochrisiko-Typen des humanen Papillomavirus (HPV) kombiniert oder als Folgetest eingesetzt.

Warum es wichtig ist

Gebärmutterhalskrebs entsteht in der Regel sehr langsam über viele Jahre hinweg aus Vorstufen, die durch eine anhaltende Infektion mit Hochrisiko-HPV ausgelöst werden. Regelmäßige Pap-Abstriche machen diese subtilen Zellveränderungen bereits im Vorstufenstadium sichtbar, was eine einfache ambulante Entfernung oder engmaschige Kontrolle ermöglicht. Flächendeckende Screening-Programme haben die Häufigkeit und Sterblichkeit von Gebärmutterhalskrebs weltweit drastisch gesenkt und schützen Frauen durch frühzeitiges, heilendes Eingreifen, noch bevor irgendwelche Symptome auftreten.

Verwandte Biomarker und Tests

Der Abstrich selbst stellt den eigentlichen Schritt der Probengewinnung dar. Die gesammelten Zellen werden zytologisch untersucht und meist nach dem Bethesda-System klassifiziert. In der modernen Praxis wird ergänzend oder primär eine molekularbiologische Bestimmung von Hochrisiko-HPV-DNA oder -RNA (Ko-Testung) durchgeführt, um krebsfördernde Virustypen, insbesondere HPV-16 und HPV-18, nachzuweisen.

Verwandte Krebsarten

Der Pap-Abstrich dient gezielt der Erkennung von Vorstufen und bösartigen Tumoren des Gebärmutterhalses, vor allem des Plattenepithelkarzinoms und des Adenokarzinoms der Zervix. Gelegentlich können auch auffällige Zellen, die aus dem Endometrium (Gebärmutterschleimhaut) oder von den Eierstöcken stammen, zufällig im Abstrich nachgewiesen werden und Anlass zu weiteren Abklärungen geben.

Verwandte Behandlungen

Ein auffälliger Pap-Befund ist nicht mit Krebs gleichzusetzen, gibt jedoch die Richtung für das weitere Vorgehen vor. Je nach Schweregrad der Veränderung umfassen die nächsten Schritte Kontrollabstriche, eine hochauflösende Kolposkopie mit gezielter Gewebeprobe (Biopsie) oder lokale gewebesparende Eingriffe wie die Schlingenexzision (LEEP) oder eine Konisation, um verändertes Gewebe zu entfernen und ein Fortschreiten zu verhindern.

Häufige Fragen

Bedeutet ein auffälliger Pap-Abstrich, dass ich Krebs habe?

Nein. Die allermeisten auffälligen Befunde zeigen lediglich leichte Zellveränderungen oder Entzündungsreaktionen, die sich häufig von selbst zurückbilden, oder gut behandelbare Krebsvorstufen. Erst weiterführende Untersuchungen, etwa eine Kolposkopie, klären, ob überhaupt eine Behandlung erforderlich ist.

Wie oft sollte ein Pap-Abstrich durchgeführt werden?

Die Abstände richten sich nach dem Alter, früheren Befunden und den jeweiligen nationalen Screening-Richtlinien. In der Regel werden Untersuchungen alle drei bis fünf Jahre empfohlen, insbesondere wenn sie mit einer HPV-Ko-Testung kombiniert werden.

Benötige ich auch dann einen Pap-Abstrich, wenn ich gegen HPV geimpft bin?

Ja. Die HPV-Impfung bietet zwar einen sehr guten Schutz gegen die häufigsten krebserregenden Virustypen, deckt jedoch nicht ausnahmslos alle potenziell krebsauslösenden Typen ab. Eine regelmäßige Gebärmutterhalskrebsvorsorge bleibt daher auch für Geimpfte unverzichtbar.

Quellen

  1. 1.Pap and HPV TestingNational Cancer Institute
  2. 2.Cervical Cancer: ScreeningAmerican Society of Clinical Oncology (Cancer.Net)
  3. 3.Cervical Cancer Screening and PreventionWorld Health Organization
GetOnco

GetOnco AI fragen

Erhalten Sie persönliche Antworten zu „Pap-Abstrich — Gebärmutterhals-Screening und Früherkennung“ von Ihrem KI-Koordinator für Krebsversorgung.

GetOnco AI liefert Informationen zu Bildungszwecken und ersetzt niemals den Rat Ihres Behandlungsteams.

Verwandte Themen

Alle Artikel zu Medizinisches GlossarWeitere Kategorien
Medizinisch geprüft von:GetOnco Medical Review Team — Oncology-trained clinicians and medical editors

Zuletzt geprüft 1. August 2026

Medizinischer Hinweis

Ausschließlich zu Bildungszwecken. GetOnco ist Software und kein medizinischer Leistungserbringer; es stellt keine Diagnosen und empfiehlt keine Behandlungen. Besprechen Sie Ihre Situation immer mit qualifizierten Fachpersonen.