Einfach erklärt
Ein Port-a-Cath ist eine Art geschützter Zugangsweg, der die Venen Ihrer Arme während einer längeren Krebstherapie schont. Chemotherapeutika können die kleineren Venen reizen, und wiederholte Einstiche für Infusionen und Blutabnahmen führen oft zu Schmerzen, Blutergüssen oder Venenentzündungen. Der Port liegt unauffällig unter der Haut im Brustbereich und schafft eine direkte, dauerhafte Verbindung zu einer großen zentralen Vene, in der Medikamente rasch verdünnt und im Körper verteilt werden. Wenn keine Infusion läuft, ist die Haut vollständig geschlossen – nach der Wundheilung können Sie ganz normal duschen, baden und schwimmen.
Das Wichtigste
- Das gesamte Portsystem liegt unter der Haut; nach der Abheilung gibt es keine offenen Wundstellen.
- Medikamente gelangen direkt in eine große zentrale Vene, was empfindliche Armvenen schützt.
- Für den Einstich wird eine Spezialnadel (Huber-Nadel) verwendet, um die Silikonmembran nicht zu beschädigen.
- Regelmäßiges Spülen alle 4 bis 12 Wochen hält den Katheter offen, wenn er nicht aktiv genutzt wird.
Definition
Ein Port-a-Cath besteht aus zwei Hauptkomponenten: einer kleinen Kammer (dem Port) aus Titan oder speziellem Kunststoff, die mit einer selbstverschließenden Silikonmembran versehen ist, und einem flexiblen Katheterschlauch aus Silikon oder Polyurethan. Das Gehäuse wird meist unter örtlicher Betäubung und einer leichten Sedierung im Unterhautfettgewebe des oberen Brustkorbs platziert. Der Katheter wird in eine große zentrale Vene eingeführt – typischerweise die Vena cava superior – und endet kurz vor dem rechten Herzvorhof.
Das medizinische Fachpersonal punktiert den Port mit einer speziellen, nicht-stanzenden Nadel (Huber-Nadel) direkt durch die intakte Haut und die Silikonmembran. Da das System bei Nichtbenutzung vollständig unter der Haut verborgen liegt, gibt es keine offenen Katheterausgänge, was das Risiko katheterbedingter Blutstrominfektionen deutlich senkt. Wird der Port längere Zeit nicht benötigt, wird er regelmäßig mit Kochsalzlösung oder Heparinlösung gespült, um die Durchgängigkeit zu erhalten und Blutgerinnseln vorzubeugen.
Warum es wichtig ist
Für Menschen, die häufig Infusionen benötigen, verändert ein Port die Behandlungstage spürbar: Er nimmt den Stress und die Schmerzen wiederholter, oft schwieriger Venenpunktionen an Armen und Händen. Zudem ermöglicht er die sichere Verabreichung gewebereizender Chemotherapeutika, die bei einem versehentlichen Austritt aus kleineren Armvenen schwere Gewebeschäden verursachen könnten. Darüber hinaus schont der Portkatheter das periphere Venensystem für die Zukunft, verhindert Behandlungsverzögerungen und bietet psychologische Entlastung, da keine störenden Schläuche aus dem Körper ragen und ständig an die Erkrankung erinnern.
Verwandte Biomarker und Tests
Ein Port-a-Cath ist ein Hilfsmittel für den Gefäßzugang und keine biologische Veränderung; daher wird er nicht über Labormarker, sondern durch bildgebende und mechanische Kontrollen überprüft. Der korrekte Sitz des Katheters wird während oder unmittelbar nach der Implantation mittels Durchleuchtung oder durch ein Röntgenbild des Brustkorbs verifiziert. Im Behandlungsalltag wird die Funktion geprüft, indem sich leicht Blut aspirieren lässt und die Spülung ohne spürbaren Widerstand erfolgt. Besteht der Verdacht auf eine Blockade oder Thrombose, wird der Durchfluss per Ultraschall oder Kontrastmitteldarstellung (Portogramm) abgeklärt.
Verwandte Krebsarten
Port-a-Caths werden bei fast allen Krebsarten eingesetzt, die eine längerfristige intravenöse Therapie erfordern. Besonders häufig kommen sie bei Darmkrebs zum Einsatz, wo kontinuierliche Infusionen über 46 bis 48 Stunden im Rahmen von Protokollen wie FOLFOX oder FOLFIRI üblich sind. Auch bei Brust-, Eierstock-, Bauchspeicheldrüsen-, Lungen- und Magen-Darm-Tumoren sowie bei Lymphomen und Leukämien sind sie weit verbreitet, wenn eine langwierige Chemotherapie, regelmäßige Bluttransfusionen, zielgerichtete Biotherapien oder eine künstliche parenterale Ernährung erforderlich sind.
Verwandte Behandlungen
Ein Port-a-Cath ermöglicht die sichere und verlässliche Verabreichung mehrtägiger kontinuierlicher Chemotherapien über tragbare Infusionspumpen im häuslichen Umfeld. Er eignet sich zudem für Blutentnahmen, Infusionen gegen Übelkeit, Flüssigkeitsgaben und – bei hochdruckgeeigneten Ports (Power-Port) – für die Injektion von Kontrastmitteln bei CT-Untersuchungen. Das System kann über Monate oder Jahre während der gesamten Behandlungsdauer im Körper verbleiben und wird nach erfolgreichem Abschluss der Therapie und stabiler Remission in einem unkomplizierten kleinen Eingriff wieder entfernt.
Häufige Fragen
Tut das Einsetzen eines Port-a-Cath weh?
Die Implantation erfolgt als kleiner ambulanter Eingriff unter örtlicher Betäubung und leichter Beruhigung. Während des Eingriffs sollten Sie keine Schmerzen spüren. Ein leichtes Ziehen, Schwellungen oder Blutergüsse im Bereich der kleinen Schnitte an Brust und Hals sind für einige Tage danach normal und lassen sich mit einfachen Schmerzmitteln gut behandeln.
Darf ich mit einem Port duschen, baden oder schwimmen?
Sobald die Operationswunde vollständig verheilt ist und Fäden oder Wundkleber entfernt sind, können Sie ganz normal duschen, baden und schwimmen, solange keine Nadel im Port sitzt. Ist der Port für eine laufende Infusion angestochen, muss die Einstichstelle strikt trocken gehalten werden.
Wie wird der Port nach Therapieende wieder entfernt?
Die Portentfernung ist ein kurzer ambulanter Eingriff, der meist noch einfacher ist als das Einsetzen. Unter örtlicher Betäubung öffnet die Ärztin oder der Arzt den kleinen Schnitt, löst Gehäuse und Katheter vorsichtig heraus und verschließt die Haut mit auflösbaren Fäden oder Wundkleber. Es bleibt lediglich eine kleine Narbe zurück, die mit der Zeit verblasst.
Quellen
- 1.NCI Wörterbuch für Krebsbegriffe: Port-a-cath— National Cancer Institute
- 2.Katheter und Ports in der Krebsbehandlung— American Society of Clinical Oncology
- 3.Patientenratgeber zu Krebsversorgung und Unterstützung— European Society for Medical Oncology

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Zuletzt geprüft 1. August 2026
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