Einfach erklärt
Man kann sich den Ultraschall wie das Sonar eines Schiffes vorstellen. Eine medizinische Fachkraft trägt ein kühles Gel auf Ihre Haut auf und gleitet mit einer glatten Sonde über die betreffende Stelle. Die Schallwellen dringen in den Körper ein, werden von den Organen reflektiert und erzeugen auf einem Monitor ein Bild. Das Verfahren tut nicht weh, kommt ohne Strahlung aus und liefert schnelle, klare Einblicke in Weichgewebe, Halslymphknoten, den Bauchraum und das Becken.
Das Wichtigste
- Nutzt sichere, hochfrequente Schallwellen ganz ohne ionisierende Strahlung.
- Unterscheidet zuverlässig zwischen flüssigkeitsgefüllten, gutartigen Zysten und soliden Tumoren.
- Bietet eine Echtzeitdarstellung zur präzisen Steuerung von Biopsien.
- Weit verbreitet, schnell durchführbar und für die meisten Patientinnen und Patienten schmerzfrei.
Definition
Der Ultraschall, auch Sonographie genannt, arbeitet mit einem kleinen Handgerät, dem sogenannten Schallkopf (Transducer). Der Schallkopf sendet unhörbare Schallwellen in das Gewebe aus und fängt die Echos auf, die von Organen und Gewebestrukturen zurückgeworfen werden. Ein Computer verarbeitet diese Signale in Echtzeit zu zwei- oder dreidimensionalen Bildern.
Da unterschiedliche Gewebearten, Flüssigkeitsansammlungen und Tumoren den Schall auf verschiedene Weise reflektieren, lassen sich solide Veränderungen im Ultraschall klar von gutartigen Zysten abgrenzen. Mittels Doppler-Ultraschall kann zudem die Durchblutung innerhalb oder um eine Raumforderung herum beurteilt werden, was wertvolle diagnostische Hinweise liefert.
Warum es wichtig ist
Ein Ultraschall ist häufig eine der ersten Untersuchungen, wenn ein Knoten oder Schmerzen auftreten. Da die Bilder in Echtzeit entstehen, nutzen Ärztinnen und Ärzte das Verfahren oft, um Biopsienadeln punktgenau zu führen und sicherzustellen, dass die Gewebeprobe exakt aus dem verdächtigen Areal stammt. Dies ermöglicht eine zügige, verlässliche Diagnose bei minimaler Belastung und geringem Komplikationsrisiko für die Patientin oder den Patienten.
Verwandte Biomarker und Tests
Zwar bestimmt der Ultraschall selbst keine molekularen Biomarker, er ist jedoch unverzichtbar für deren Gewinnung. Er leitet Feinnadelaspirationen oder Stanzbiopsien an, mit denen Gewebe für genomische, histologische und immunhistochemische Untersuchungen entnommen wird (etwa für ER, PR und HER2 bei Brustläsionen). Spezielle Doppler-Untersuchungen prüfen zudem die Gefäßversorgung innerhalb verdächtiger Befunde.
Verwandte Krebsarten
Ultraschall wird standardmäßig zur Abklärung von Brustveränderungen, Schilddrüsenknoten und Hodenveränderungen eingesetzt. Zudem dient er routinemäßig der Untersuchung der Bauchorgane und hilft dabei, primären Leberkrebs, Gallenblasentumoren und Bauchspeicheldrüsenläsionen zu erkennen. In der Gynäkologie ermöglicht der Becken- und Transvaginalultraschall die Beurteilung von Eierstockzysten, Gebärmuttertumoren und Schleimhautverdickungen der Gebärmutter.
Verwandte Behandlungen
Der Ultraschall beeinflusst die Behandlungsplanung unmittelbar, indem er die Tumorgröße, die lokale Ausbreitung und die Beteiligung benachbarter Blutgefäße darstellt. Chirurginnen und Chirurgen nutzen den intraoperativen Ultraschall bei Resektionen an Leber oder Gehirn, um Schnittränder exakt zu bestimmen. Zudem dient er als Orientierung beim Legen zentraler Venenkatheter, von Drainagen bei Flüssigkeitsansammlungen sowie bei lokalen ablativen Therapieverfahren.
Häufige Fragen
Werde ich bei einem Ultraschall Strahlung ausgesetzt?
Nein. Ultraschall nutzt mechanische Schallwellen und keine ionisierende Strahlung. Die Untersuchung kann völlig bedenkenlos beliebig oft wiederholt werden und wird routinemäßig auch in der Schwangerschaft eingesetzt.
Muss ich mich speziell auf einen Ultraschall vorbereiten?
Die Vorbereitung hängt vom untersuchten Körperbereich ab. Bei Untersuchungen des Bauchraums müssen Sie häufig einige Stunden nüchtern sein, während für einen Beckenultraschall in der Regel eine volle Blase erforderlich ist. Ihr Behandlungsteam wird Sie vorab genau informieren.
Kann ein Ultraschall sicher bestätigen, ob ein Knoten Krebs ist?
Ein Ultraschall kann zeigen, ob eine Raumforderung verdächtig aussieht, aber er kann Krebs allein nicht zweifelsfrei nachweisen. Für eine endgültige Diagnose ist meist eine Biopsie erforderlich, bei der Zellen entnommen und im Labor mikroskopisch untersucht werden.
Quellen
- 1.Ultraschallbildgebung bei Krebs— National Cancer Institute
- 2.Ultraschall – Was Sie erwartet— American Society of Clinical Oncology
- 3.Medizinische Bildgebung und Krebsbehandlung— World Health Organization

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Zuletzt geprüft 1. August 2026
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