Medizinisches Glossar

Mastektomie — Chirurgische Entfernung des Brustdrüsengewebes

Eine Mastektomie ist eine Operation zur teilweisen oder vollständigen Entfernung des Brustdrüsengewebes. Sie stellt eine grundlegende Behandlungsoption bei Brustkrebs dar und kann auch als vorbeugende Maßnahme bei Personen durchgeführt werden, die ein deutlich erhöhtes erbliches Risiko für die Entstehung der Erkrankung tragen.

3 Min. LesezeitZuletzt geprüft 1. August 2026Medizinisch geprüft von: GetOnco Medical Review Team

Einfach erklärt

Eine Mastektomie ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem Brustgewebe entfernt wird, um Krebs zu behandeln oder dessen Entstehung zu verhindern. Vor einigen Jahrzehnten bedeutete dies meist die Entfernung großer Hautpartien und der darunterliegenden Muskeln. Heute nutzen Chirurgen schonendere Techniken, die sich gezielt auf das Drüsengewebe konzentrieren und bei gegebener Sicherheit Haut und Brustwarze erhalten können. Viele Frauen entscheiden sich dafür, die Form der Brust während derselben Operation oder zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufbauen zu lassen.

Das Wichtigste

  • Beinhaltet die chirurgische Entfernung von Brustdrüsengewebe zur Behandlung oder Vorbeugung von Krebs.
  • Moderne Methoden umfassen hautsparende und brustwarzenerhaltende Schnitttechniken.
  • Ein Brustwiederaufbau kann gleichzeitig während der Operation oder Monate später erfolgen.
  • Eine vorbeugende Mastektomie senkt das zukünftige Brustkrebsrisiko bei Hochrisikopersonen deutlich.

Definition

Chirurgisch umfasst die Mastektomie die Entfernung des Brustdrüsengewebes von der darüberliegenden Haut bis hinab zu den Brustmuskeln. Abhängig von Größe, Lage und Art des Tumors wenden Operateurinnen und Operateure verschiedene Techniken an. Eine einfache (totale) Mastektomie entfernt die gesamte Brust einschließlich des Brustwarzen-Vorhof-Komplexes, während bei einer modifiziert-radikalen Mastektomie zusätzlich bestimmte Lymphknoten der Achselhöhle entnommen werden.

Moderne chirurgische Verfahren umfassen die hautsparende (skin-sparing) und die brustwarzenerhaltende (nipple-sparing) Mastektomie. Diese Methoden erhalten den äußeren Hautmantel und die natürlichen Konturen, um einen sofortigen oder späteren Brustwiederaufbau mittels Silikonimplantaten oder körpereigenem Gewebe aus anderen Körperregionen zu erleichtern.

Warum es wichtig ist

Die Entscheidung für oder die Notwendigkeit einer Mastektomie ist ein bedeutsamer Schritt in der Brustkrebsbehandlung, der medizinische, ästhetische und emotionale Überlegungen mit sich bringt. Sie wird häufig empfohlen, wenn Tumoren im Verhältnis zur Brustgröße sehr groß oder multifokal sind oder genetische Veränderungen wie BRCA1/2 vorliegen. Das Verständnis der verschiedenen Mastektomieformen und Rekonstruktionsmöglichkeiten befähigt Betroffene, Entscheidungen zu treffen, die zu ihrem Lebensstil, ihren Erwartungen an die Genesung und ihren persönlichen Bedürfnissen passen.

Verwandte Biomarker und Tests

Vor einer Mastektomie wird die Diagnose durch eine Stanzbiopsie gesichert. Die präoperative Abklärung umfasst Mammographie, Mamma-MRT und Achsel-Ultraschall, um das Ausmaß der Erkrankung genau darzustellen. Genetische Untersuchungen auf BRCA1, BRCA2 oder PALB2 beeinflussen häufig die Entscheidung für eine beidseitige (bilaterale) Mastektomie anstelle eines einseitigen Eingriffs.

Verwandte Krebsarten

Eine Mastektomie ist vor allem beim duktalen und lobulären Mammakarzinom, bei ausgedehnten duktalen Karzinomen in situ (DCIS), beim inflammatorischen Mammakarzinom sowie bei einem Wiederauftreten des Tumors nach brusterhaltender Therapie indiziert. Sie wird zudem vorbeugend (prophylaktisch) bei Patientinnen mit erblichem Brust- und Eierstockkrebssyndrom durchgeführt.

Verwandte Behandlungen

Eine Mastektomie dient der primären lokalen Tumorkontrolle. Nach der feingeweblichen Beurteilung des entfernten Gewebes und der Wächterlymphknoten (Sentinel-Lymphknoten) können weiterhin zusätzliche systemische Behandlungen – wie Chemotherapie, endokrine Therapie oder zielgerichtete Antikörper – erforderlich sein. Eine Bestrahlung der Brustwand kann ebenfalls empfohlen werden, wenn der Tumor sehr groß war oder Lymphknoten befallen waren.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einer Lumpektomie und einer Mastektomie?

Eine Lumpektomie (brusterhaltende Operation) entfernt lediglich den Tumor zusammen mit einem kleinen Randsaum gesunden Gewebes, sodass der Großteil der natürlichen Brust erhalten bleibt. Eine Mastektomie hingegen entfernt das gesamte Brustdrüsengewebe und wird bei größeren, mehrfach auftretenden oder risikoreicheren Tumoren gewählt.

Muss nach einer Mastektomie ein Brustwiederaufbau erfolgen?

Nein, eine Rekonstruktion ist eine vollkommen persönliche Entscheidung. Betroffene können einen Sofortaufbau wählen, die Rekonstruktion zu einem späteren Zeitpunkt durchführen lassen, eine äußere Epithese im BH tragen oder sich für eine flache Brustwand ('ästhetischer Flachverschluss') entscheiden. Ihr Behandlungsteam unterstützt Sie bei jedem dieser Wege.

Kann Brustkrebs nach einer vollständigen Mastektomie zurückkehren?

Obwohl eine Mastektomie das Rückfallrisiko in dieser Brust drastisch senkt, kann sie das Risiko nicht völlig ausschließen. Mikroskopisch kleine Gewebemengen verbleiben unvermeidlich im Bereich der Brustwandhaut, weshalb ein lokaler Rückfall oder das Auftreten von Fernmetastasen möglich bleibt und regelmäßige Nachkontrollen erforderlich sind.

Quellen

  1. 1.Mastektomie bei BrustkrebsNational Cancer Institute
  2. 2.Operation bei Brustkrebs: MastektomieAmerican Society of Clinical Oncology (Cancer.Net)
  3. 3.ESMO-Leitlinien zur Behandlung von frühem BrustkrebsEuropean Society for Medical Oncology
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