Medizinisches Glossar

Melanom — Eine ernste Form von Hautkrebs

Das Melanom (schwarzer Hautkrebs) ist eine bösartige Tumorerkrankung, die von den Melanozyten ausgeht – den pigmentbildenden Zellen der Haut und anderer Gewebe. Obwohl es seltener vorkommt als andere Formen von Hautkrebs wie das Basalzellkarzinom, ist es deutlich aggressiver. Eine frühzeitige Erkennung ist lebenswichtig, da das Melanom ohne rechtzeitige Behandlung rasch in tiefere Schichten einwächst und Tochtergeschwülste in entfernten Organen bilden kann.

4 Min. LesezeitZuletzt geprüft 1. August 2026Medizinisch geprüft von: GetOnco Medical Review Team

Einfach erklärt

Das Melanom ist ein bösartiger Hauttumor, der in den Melanin produzierenden Zellen beginnt – dem Pigment, das der Haut ihre Farbe verleiht. Häufig zeigt es sich als ungewöhnliches oder sich veränderndes Muttermal und lässt sich anhand der ABCDE-Regel einschätzen: Asymmetrie, Begrenzung (unregelmäßig), Color (uneinheitliche Farbe), Durchmesser (über sechs Millimeter) und Entwicklung (Veränderung über die Zeit). Wird das Melanom früh erkannt, solange es noch auf die oberste Hautschicht begrenzt ist, lässt es sich durch eine Operation meist vollständig heilen. Da es jedoch schneller wächst und sich leichter ausbreitet als andere Hautkrebsarten, sind regelmäßige Hautkontrollen und eine zügige ärztliche Abklärung auffälliger Stellen unverzichtbar.

Das Wichtigste

  • Melanome entstehen aus den pigmentbildenden Zellen (Melanozyten), überwiegend in der Haut.
  • Die Breslow-Dicke misst die Eindringtiefe des Tumors in Millimetern und ist ein entscheidender Faktor für das Stadium.
  • Die ABCDE-Regel unterstützt Patienten und Ärzte beim Erkennen verdächtiger oder sich verändernder Hautveränderungen.
  • Molekulare Untersuchungen auf BRAF-Mutationen leiten die Auswahl moderner zielgerichteter Therapien bei fortgeschrittener Erkrankung.

Definition

Ein Melanom entsteht, wenn genetische Veränderungen dazu führen, dass sich Melanozyten unkontrolliert vermehren und Geschwülste bilden. Die meisten Melanome entwickeln sich an Hautarealen, die ultravioletter Strahlung durch Sonnenlicht oder Solarien ausgesetzt waren; sie können jedoch auch an lichtgeschützten Körperstellen auftreten. Zu diesen selteneren Formen zählen das akral-lentiginöse Melanom an den Fußsohlen oder unter den Nägeln, das Schleimhautmelanom an inneren Schleimhäuten sowie das Aderhautmelanom des Auges.

Aus pathologischer Sicht wird die Erkrankung nach ihrer Eindringtiefe, dem Vorhandensein mikroskopischer Ulzerationen und der Mitoserate klassifiziert. Die Breslow-Dicke, welche die vertikale Tumorausdehnung in Millimetern angibt, ist der entscheidende prognostische Faktor. Sobald bösartige Zellen tiefere Schichten der Lederhaut erreichen, erhalten sie Zugang zu Lymphbahnen und Blutgefäßen, was das Risiko für einen Befall regionaler Lymphknoten und die Entstehung von Fernmetastasen erheblich erhöht.

Warum es wichtig ist

Die Diagnose eines Melanoms erfordert rasches und präzises medizinisches Handeln, da die Tumordicke die Prognose maßgeblich bestimmt. Die genaue Stadienbestimmung zeigt dem Behandlungsteam, ob eine Wächterlymphknoten-Biopsie notwendig ist und ob vorbeugende, adjuvante Therapien das Rückfallrisiko senken können. Die Behandlung des Melanoms hat enorme Fortschritte gemacht: Für Patienten mit erhöhtem Rückfallrisiko oder fortgeschrittener Erkrankung stehen heute hochwirksame zielgerichtete Therapien und Immuntherapien zur Verfügung. Das genaue Verständnis Ihrer Diagnose hilft Ihnen, gemeinsam mit Dermatologen, Chirurgen und medizinischen Onkologen die bestmögliche, auf Sie zugeschnittene Behandlungsstrategie festzulegen.

Verwandte Biomarker und Tests

Ein Melanom wird durch die operative Entnahme der verdächtigen Hautstelle (Exzisionsbiopsie) und anschließende feingewebliche Untersuchung unter dem Mikroskop diagnostiziert. Zu den wesentlichen pathologischen Merkmalen gehören die Breslow-Dicke, das Vorliegen von Ulzerationen und der Sicherheitsabstand an den Schnitträndern. Bei mittlerer oder größerer Tumordicke wird in der Regel eine Biopsie des Wächterlymphknotens (Sentinel-Lymphknoten) durchgeführt, um kleinste Absiedlungen aufzuspüren. Molekularbiologische Tests untersuchen Genmutationen, insbesondere BRAF-V600E/K-Mutationen, sowie NRAS, KIT und mitunter die PD-L1-Expression. Bildgebende Verfahren wie Ganzkörper-PET-CT, MRT des Schädels oder Kontrastmittel-CT prüfen, ob sich Tumorzellen im Körper ausgebreitet haben.

Verwandte Krebsarten

Das Melanom betrifft überwiegend die Haut und wird dann als kutanes Melanom bezeichnet. Es kann jedoch in unterschiedlichen biologischen Subtypen auftreten, die sich im Verlauf unterscheiden. Schleimhautmelanome entstehen in den Auskleidungen der Atemwege, des Magen-Darm-Trakts oder des Urogenitaltrakts. Das Aderhautmelanom befällt die Iris, den Ziliarkörper oder die Aderhaut des Auges. Das akral-lentiginöse Melanom tritt an Handflächen, Fußsohlen oder im Nagelbett auf; es entsteht unabhängig von UV-Strahlung und kommt bei allen Hauttypen vor. Seltene Formen wie das amelanotische Melanom bilden kein sichtbares Pigment, was die rechtzeitige Diagnose erschweren kann.

Verwandte Behandlungen

Melanome im Frühstadium werden vor allem durch eine Nachexzision mit ausreichendem Sicherheitsabstand behandelt. Bei Erkrankungen im Stadium III oder bei Hochrisikobefunden kann eine adjuvante Immuntherapie (etwa mit PD-1-Checkpoint-Inhibitoren) oder eine zielgerichtete Kombinationstherapie (BRAF- plus MEK-Inhibitoren) empfohlen werden, um das Rückfallrisiko zu senken. Bei metastasiertem oder inoperablem Melanom bilden moderne systemische Therapien – einschließlich dualer Immun-Checkpoint-Blockaden oder zielgerichteter Substanzen – den weltweiten Standard. Strahlentherapie wird gezielt zur Linderung von Symptomen, bei Hirnmetastasen oder an Stellen eingesetzt, die operativ nicht vollständig entfernt werden können.

Häufige Fragen

Was besagt die ABCDE-Regel zur Früherkennung von Melanomen?

Die ABCDE-Regel ist eine bewährte Anleitung zur Selbstuntersuchung auffälliger Hautstellen. A steht für Asymmetrie (die Hälften passen nicht zueinander); B für Begrenzung (ausgefranste, unregelmäßige Ränder); C für Color/Farbe (unterschiedliche Töne von Braun, Schwarz, Blau oder Rot); D für Durchmesser (größer als 6 Millimeter); und E für Entwicklung (jede Veränderung in Größe, Form, Farbe oder Symptome wie Juckreiz und Blutung).

Wird ein Melanom immer durch UV-Strahlung verursacht?

Obwohl ultraviolette Strahlung durch Sonnenlicht oder Solarien die Hauptursache für kutane Melanome ist, entstehen nicht alle Melanome durch UV-Schäden. Seltene Formen wie das akral-lentiginöse Melanom an Handflächen und Fußsohlen, Schleimhautmelanome an inneren Organen oder Aderhautmelanome des Auges entwickeln sich unabhängig von Sonnenlicht. Auch genetische Veranlagungen wie vererbbare Mutationen im CDKN2A-Gen können eine wichtige Rolle spielen.

Kann ein Melanom im Frühstadium allein durch eine Operation geheilt werden?

Ja. Wenn ein Melanom sehr früh erkannt wird (wie im Stadium I oder als Melanoma in situ) und noch nicht tief in die Lederhaut eingedrungen ist oder Lymphknoten befallen hat, ist die vollständige operative Entfernung mit Sicherheitsabstand in den allermeisten Fällen heilend. Bei diesen frühen Befunden sind nach histologischer Bestätigung freier Ränder in der Regel nur regelmäßige hautärztliche Nachkontrollen und ein konsequenter Sonnenschutz erforderlich.

Quellen

  1. 1.Melanombehandlung (PDQ®) – PatientenversionNational Cancer Institute
  2. 2.Melanom: EinführungAmerican Society of Clinical Oncology (Cancer.Net)
  3. 3.Kutanes Melanom: Klinische Praxisleitlinien der ESMOEuropean Society for Medical Oncology
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